Bonität

Moody setzt die Kreditwürdigkeit der Türkei weiter herab

Gerd Höhler

Von Gerd Höhler

So, 16. Juni 2019 um 21:06 Uhr

Wirtschaft

Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit der Türkei in den Ramschbereich herabgestuft. Türkische Staatsanleihen gelten nun laut der Agentur als "hochspekulative Anlage".

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonität der Türkei weiter in den so genannten Ramschbereich herabgestuft. Schon während der Währungskrise im vergangenen August hatte Moody’s das Rating gesenkt, nun gelten türkische Staatsanleihen laut der Agentur als "hochspekulative Anlage" (Niveau B1). Bei einer Verschlechterung der Lage müssen die Anleger mit Ausfällen rechnen.

Den Ausblick beließ die Agentur bei "negativ". Das lässt eine weitere Herabstufung erwarten. Zur Begründung verweist die Agentur auf das wachsende Risiko einer Zahlungsbilanzkrise. Die Türkei ist auf große Kapitalzuflüsse angewiesen, um ihre Schulden zu bedienen und ihr Wachstum zu finanzieren. Es sei jedoch zunehmend zweifelhaft, ob das Land die benötigten Geldströme anziehen könne. Die Devisenreserven der Türkei seien schwach. Es sei fraglich, ob die Regierung willens oder in der Lage sei, eine Politik umzusetzen, die das Vertrauen der Investoren in die türkische Wirtschaft stärkt, kritisiert die Agentur.

Moody’s geht auch auf die politischen Risiken ein. So könne etwa die Entscheidung der türkischen Regierung, in Russland Luftabwehrraketen des Typs S-400 zu bestellen, dazu führen, dass der amerikanische Kongress Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Die Regierung in Ankara kritisierte die Herabstufung scharf.