Porträt

Wirtschaftsprofessor Paech kritisiert Zwang zum Wachstum

Hannes Koch

Von Hannes Koch

Di, 03. April 2012

Wirtschaft

Der außerplanmäßige Professor der Universität Oldenburg organisiert kerosinfreie Vorlesungen, fährt kein Auto und benutzt kein Handy. In seinem neuen Buch thematisiert Niko Paech die "Befreiung vom Überfluss" und scheint damit den Zeitgeist zu treffen.

BERLIN. Ökonom Niko Paech lädt sich gerne Gäste ein. Wissenschaftler, die einen Vortrag in seiner Ringvorlesung halten, müssen eine Voraussetzung erfüllen: Sie dürfen nicht mit dem Flugzeug kommen. "Wir organisieren eine kerosinfreie Veranstaltungsreihe", sagt der außerplanmäßige Professor der Universität Oldenburg. Paechs wissenschaftliche Spezialität ist die Kritik am Wirtschaftswachstum. Das macht ihn zum Sonderling in seinem Fach, andererseits aber derzeit zu einem gefragten Mann in der Öffentlichkeit.

Die alltägliche Fliegerei mit ihrem Ausstoß großer Mengen klimaschädlichen Kohlendioxids hält Paech für eines der schädlichsten Symptome unseres Wirtschaftssystems, das Jahr für Jahr mehr Güter und Dienstleistungen produziert.

Demnächst kommt sein neues Buch heraus. Der Titel lautet "Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie". Mit diesem Thema gehört Paech zu jenen Intellektuellen, die zur Zeit sehr gefragt sind. Seit dem Beginn der Finanzkrise 2007 glauben mehr Bürger als früher, dass die gegenwärtige Form der Marktwirtschaft mit ihrem Zwang zur Steigerung der Produktion, der Produktivität, des materiellen Wohlstandes und der Finanzgeschäfte eine Sackgasse ist.

Nicht nur bei der Ringvorlesung versucht Paech, seine Theorie in die Praxis umzusetzen. Er benutzt kein ...

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