Wohnbaugenossenschaft gründen und Wohnraum schaffen

Ralf Morys

Von Ralf Morys

Mi, 22. Mai 2019

Feldberg

BZ-SERIE: Liste der Freien Wähler Feldberg für ein Gebäudemanagement / Skigebiet benötigt einen Speichersee / Mit Bürgern Konzept für Feldberghalle erarbeiten.

FELDBERG (BZ). In der höchstgelegenen Gemeinde im Land bewerben sich die Kandidatinnen und Kandidaten auf drei Listen um zehn Sitze im Gemeinderat. Bis zu den Kommunalwahlen am Sonntag, 26. Mai, stellt die Badische Zeitung die kommunalpolitischen Kräfte und ihre Ziele vor. Heute: Freie Wähler Feldberg.

Auf der Liste der Freien Wähler Feldberg bewerben sich neun Kandidatinnen und Kandidaten um ein Mandat im Gemeinderat. Bislang verfügen die Freie Wähler Feldberg drei Sitze am Ratstisch.

Schwerpunkte
Es sei nicht einfach, Schwerpunkte zu setzen, angesichts vieler und sehr umfangreicher Aufgaben, die zu meistern seien. Für die Liste Freie Wähler Feldberg sind die wichtigsten und gleichzeitig auch kostenintensivsten, die Instandhaltung der Wasserversorgung, die Sanierung der Ortsstraßen und der Ausbau des Breitbandnetzes. Nichtsdestotrotz dürfe man kleinere Aufgaben nicht außer Acht lassen, welche man zu einer Stärke von Feldberg machen wolle. So halten es die die Freien Wähler für unumgänglich, ein Gebäudemanagement einzurichten, um den Werterhalt der gemeindeeigenen Gebäude zu gewährleisten und Sanierungskosten minimieren zu können. Ebenso müssten schon kleinere Schäden in den Straßen künftig früher und gezielter behoben werden. Der Sanierungsstau sei mittlerweile sehr hoch und müsse eingegrenzt werden. Im Allgemeinen sei das Ortsbild die vergangenen Jahre spürbar vernachlässigt worden, weshalb hier unbedingt Handlungsbedarf bestehe, befinden die Freie Wähler. Ein weiteres, von der Liste für sehr wichtig empfundenes Thema, ist die Erweiterung der Kinderinsel zur Kindertagesstätte. Damit Feldberg für Familien künftig eine attraktive Gemeinde sei, müsse eine Ganztagesbetreuung angeboten werden und es müsste ferner möglich sein, dass die Kinder zu gleichen Zeiten aus Kita und Grundschule abgeholt werden könnten.

Wohnraum schaffen
Die Freien Wähler stoßen ein Umdenken bei der Ausweisung neuer Baugebiete und dem Aufstellen von Bebauungsplänen, sowie der Vergabe von Bauplätzen an, so Elisabeth Klein. Weiter sollen Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut werden können. Allerdings sollte der Bau von Mehrfamilienhäusern unterstützt werden, um so das Angebot für Familien an großen Mietwohnungen mit vier oder mehr Zimmern, aber auch barrierefreie Wohnungen für Senioren zu erhöhen. Um dieses Vorhaben zu erreichen, halten die Freie Wähler die Gründung einer Wohnbaugenossenschaft für möglich, wie es in Oberried umgesetzt worden sei. Dort hätten Bürger für Bürger bezahlbaren Wohnraum geschaffen. Des Weiteren gäbe es in Feldberg viele Wohnungen und Häuser, die entweder nur selten, oder gar nicht genutzt würden. Hier wollen die Kandidatinnen und Kandidaten mit Besitzern reden, um ihnen so den Bedarf an Wohnraum zu vermitteln und ihnen die Möglichkeiten einer Umnutzung unter Einbezug von Fördermitteln aufzeigen.

Skigebiet Feldberg
Die lückenlose Beschneiung des gesamten Skigebiets ist den Freien Wählern am wichtigsten. Die Erfahrungswerte der vergangenen Winter hätten ganz deutlich gezeigt, dass wichtige Betriebstage in den Weihnachtsferien mangels Schnee fehlten. Für die Liste Freie Wähler ist deshalb eine der wichtigsten anstehenden Investitionen, der Bau eines Speichersees und die Erweiterung der Beschneiungsanlagen, um so eine frühere und durchgängige Beschneiung ermöglichen zu können, und dadurch eine der wichtigsten Einnahmequellen zu verbessern. Beispiele aus Österreich und der Schweiz zeigten, dass ein Speichersee auch im Sommer als touristische Attraktion angesehen werde. Der Sommertourismus sei für Feldberg eine feste Größe und dürfe nicht außer Acht gelassen werden.

Was die Finanzierung betreffe, so sei die angestrebte Gründung einer Liftgesellschaft und die damit verbundene Fusion mit St. Blasien und Todtnau eine gute Möglichkeit, auch die Sicherstellung des Skigebietes Feldberg zu gewährleisten.

Feldberghalle
Die Feldberghalle habe in ihrer Grundsubstanz, trotz ihres Alters, durchaus Potential, ihr Zustand allerdings sei nicht mehr hinnehmbar. Die Freien Wähler sprechen gar in gewissen Bereichen von einem katastrophalen Zustand. Momentan werde diese als Mehrzweckhalle für sportliche Aktivitäten, aber auch für Veranstaltungen genutzt. In beiden Bereichen habe die Feldberghalle aber sehr an Attraktivität verloren und entspräche nicht mehr heutigen Anforderungen. Dafür sei eine Gesamtsanierung und Modernisierung notwendig. Die Liste Freie Wähler könnte sich gar eine Erweiterung um ein Probelokal für die beiden Musikvereine vorstellen, somit wären Räumlichkeiten in der Kinderinsel generiert. Dies würde dem Ausbau zur Kindertagesstätte zugutekommen. Die Entscheidung um die Zukunft der Feldberghalle könne und wolle man nicht alleine am Ratstisch treffen. Vielmehr sollten unter Einbeziehung interessierter Bürger schlussendlich drei Varianten erarbeitet und diese in einem Bürgerentscheid zur Abstimmung gestellt werden.

Schwächen der Infrastruktur
Auf ihrer Mängelliste haben die Freien Wähler ganz oben die Gemeindestraßen stehen. Hier gelte es, eine Bestandsaufnahme und daraus eine Prioritätenliste für die Sanierungen zu erstellen. Aber auch künftige Instandhaltungen gelte, akkurater anzugehen. Zu diesem Thema zähle auch der Zustand der Straßen- und Wegebeleuchtungen. Es dürfe nicht sein, dass in den Gemeindestraßen einige Beleuchtungen monatelang defekt sind und nicht repariert würden oder, wie geschehen am Schwellenweiher in Falkau, die Straßenbeleuchtungen aufgrund von Kanalsanierungsarbeiten zunächst entfernt und anschließend nicht mehr aufgestellt würden.
Kommunalpolitischer Neustart
Die Gemeinde Feldberg wurde mehr als zwei Jahrzehnte lang von Bürgermeister Stefan Wirbser geprägt. Dies sei eine gute Basis, so Klein. Aber die demographischen, technischen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen erforderten auch Veränderungen. Mit der Erfahrung von Altgemeinderäten und der Dynamik neugewählter Gemeinderäte sowie den Ideen des neuen Bürgermeisters Johannes Albrecht werde sich die Gemeinde Feldberg auch für die Zukunft weiterentwickeln, betont Elisabeth Klein. Die Liste Freie Wähler Feldberg erwartet eine offene, transparente und vor allem respektvolle Zusammenarbeit, bei der der Bürger im Vordergrund stehe.