Würdigster Bühnenkünstler

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Von dpa

Sa, 23. März 2019

Theater

Jens Harzer ist neuer Träger des Iffland-Rings.

Seine Karriere stand anfangs auf der Kippe. Als 19-Jähriger wirkte Jens Harzer auf die Prüfungskommission der Otto-Falckenberg-Schule zu sanft und zu zurückhaltend. So beschrieb der Spiegel die Situation. Dann nahm der Schauspieler Jörg Hube den jungen Mann aus Wiesbaden unter seine Fittiche und studierte mit ihm die Rolle des St. Just aus "Dantons Tod". Es klappte – Harzer durfte die Schauspielschule besuchen. Knapp 30 Jahre später ist Harzer auf dem Olymp des Schauspieler-Lebens angekommen: Er ist neuer Träger des Iffland-Rings. Das teilte Österreichs Kulturminister Gernot Blümel am Freitag mit. Ein Termin für die Verleihung steht noch nicht fest.

Die Auszeichnung erhält der "bedeutendste und würdigste Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters" auf Lebenszeit. Der im Februar gestorbene Schweizer Schauspieler Bruno Ganz, der den Iffland-Ring rund 23 Jahre trug, hatte Harzer zu seinem Nachfolger bestimmt. Einem breiten Publikum ist Harzer spätestens seit seiner Rolle als Arzt in der TV-Serie "Babylon Berlin" bekannt.

"Ich freue mich von ganzem Herzen für Jens Harzer", sagte die Intendantin des Wiener Burgtheaters Karin Bergmann in einer ersten Reaktion. Sie erinnere sich an Rollen, die Harzer "taumelnd, sich verlierend, wütend und ratlos – ganz eigen, ganz unverwechselbar, ganz Harzer, zutiefst berührend und am Ende triumphal" verkörpert habe.

Harzer ist seit 2009 am Thalia Theater in Hamburg und stand in Österreich unter anderem bei den Salzburger Festspielen 2018 auf der Bühne. Die Kritiker würdigten seinen "eigentümlich traumverlorenen Blick", der an einen "romantischen Grübler" erinnere. Harzers Vorbild war Bruno Ganz. In der Botho-Strauß-Inszenierung "Ithaka" standen Harzer und Ganz gemeinsam auf der Bühne.