Von Heilkräutern immer schon fasziniert

Paul Berger

Von Paul Berger

Sa, 15. Juni 2019

Zell im Wiesental

IM PORTRÄT:Frank Hiepe feiert am Sonntag, 16. Juni, seinen 80. Geburtstag.

ZELL (pbe). Am Sonntag, 16. Juni, feiert Frank Hiepe seinen 80. Geburtstag. Viele Bewohner in der Schwanenstadt kennen den Jubilar als langjährigen Apotheker in Zell und als Kenner von Kräutern und Heilpflanzen. In der Tat ist der Name Hiepe über lange Jahre schon mit der Geschichte der Zeller Stadt- und auch Wiesental-Apotheke eng verbunden. Bereits im Jahr 1902 erwarb der Großvater von Frank Hiepe, Eduard Hiepe, bei einem Skiurlaub auf dem Feldberg damals "per Handschlag" die Stadtapotheke, die später von Wilhelm Hiepe weitergeführt wurde. Der Beruf des Apothekers hat, wie Frank Hiepe berichtet, in seiner Familie eine inzwischen über 300 Jahre währende Tradition. So stand nach dem Abitur und dem Studium auf Wunsch des Vaters fest, dass auch Frank Hiepe diesen Beruf ergreifen würde, obwohl er selbst ein Studium in Medizin, verbunden mit einer theologischen Ausbildung vorgezogen hätte. Hiepes großes Vorbild als Student war Urwaldarzt Albert Schweitzer, dem er zwei Mal persönlich begegnet ist und der ihn tief beeindruckt habe.

Doch auch als Apotheker stand Frank Hiepe den Menschen stets mit Rat und Tat zur Seite. Seine Liebe zu Heilpflanzen und deren Wirkung auf die Gesundheit machten ihn zu einem anerkannten Experten auf diesem Gebiet. Für viele Beschwerden und Wehwehchen entwickelte er eigene Rezepturen, die vor allem als Teesorten angeboten werden. Daneben hat Hiepe gemeinsam mit Heinz Scholz auch zwei Bücher über die Wirkung von Heilpflanzen heraus gebracht. Bei speziellen Wanderungen und Seminaren über Heilmittel, die unsere Natur bietet, klärt er über deren positive Wirkung auf das gesundheitliche Wohlbefinden auf. Schon sein Großvater Eduard Hiepe schuf sich einen bedeutenden Namen indem er zusammen mit dem damaligen Pfarrer von Häg, Josef Hurst, aus diversen Kräutern und der Hinzunahme von echtem Tannenhonig den heute noch begehrten Hustensaft "Tannenblut" entwickelt hat.

Auch das kirchliche und gesellschaftliche Engagement von Frank Hiepe verdient Respekt und Anerkennung. So gehörte er 22 Jahre lang als Mitglied dem Kirchengemeinderat der evangelischen Kirche in Zell an, dessen Vorsitz er 18 Jahre lang innehatte. Und noch heute ist er in der Synode für den Bezirk Markgräflerland tätig. Als Gemeinderat der Freien Wähler wirkte er über zwei Legislaturperioden an zahlreichen Weichenstellungen in Zell mit. Gleiches gilt auch für seinen Einsatz als stellvertretender Vorsitzender des Zeller Bürgervereins, bei dem Hiepe unter anderem für die Vergabe von Wohnungen für das Betreute Wohnen zuständig war. Aber auch das darf sich der zweifache Familienvater auf seine Fahne schreiben: Als Gründungsmitglied der "Freunde Zeller Freibad" setzte er sich für den Erhalt des Schwimmbads in der Schwanenstadt ein.

Zur Person: Frank Hiepe, Apotheker, geboren am 16. Juni 1939 in Zell, Wohnort Zell, verheiratet, zwei Kinder, vier Enkel.