Zweiter Tiefbrunnen weiter in der Pipeline

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Fr, 08. November 2019

Rust

Wasserversorgungsverbände streben nach wie vor Fusion an.

KAPPEL-GRAFENHAUSEN/RUST (fi). Der Wasserversorgungsverband Kappel-Grafenhausen/Rust verfolgt weiter das Projekt "Bau zweiter Tiefbrunnen". Für das Vorhaben billigte die Verbandsversammlung in öffentlicher Sitzung am Mittwoch im Rathaus Kappel Mehrausgaben in Höhe von 7358 Euro für ein Strukturgutachten (Gesamtkosten nun rund 31000 Euro).

Das Gutachten soll den Nachweis erbringen, dass der Bau eines zweiten Brunnens auch dann notwendig werde, wenn es zur verfolgten Fusion der beiden Trinkwasserversorgungsverbände Kappel-Grafenhausen/Rust und Südliche Ortenau Ringsheim/Ettenheim kommt. Ziel der Fusion sei nach wie vor, der Trinkwasserbedarf im Südbezirk mit den Kommunen Ettenheim, Kappel-Grafenhausen, Rust, Ringsheim und Mahlberg sowie dem Europa-Park als Großabnehmer auf Dauer zu sichern. "Dazu werden wir langfristig den zweiten Brunnen brauchen. Der erst vor wenigen Monaten in Betrieb genommene, dritte Tiefbrunnen des Verbands Südliche Ortenau wird hierzu nicht ausreichen", erklärte der Ruster Bürgermeister Kai-Achim Klare, Vorsitzender des Zweckverbands Kappel-Grafenhausen/Rust. In beiden Zweckverbänden wird davon ausgegangenen, dass Erweiterungspläne des Europa-Parks und steigende Besucherzahlen wie auch steigende Einwohnerzahlen in den fünf Kommunen des Südbezirks einen erhöhten Trinkwasserverbrauch nach sich ziehen. Klare: "Wir brauchen den zweiten Brunnen in unserem Verband aber auch deshalb, um im Verbund beider Verbände eine Notfallversorgung für alle Gemeinden sicher zu stellen."

Unterdessen widerspricht der Verbandsvorsitzende auch nicht dem Argument, dass ein zweiter Tiefbrunnen für den Versorgungsverband Kappel-Grafenhausen/Rust die Verhandlungsposition bei der Fusion beider Verbände verbessert. Denn durch den Bau des zweiten Brunnens (Kostenpunkt: 650 000 bis 700 000 Euro) wird das Anlagevermögen des deutlich kleineren Verbands höher und der Einstiegspreis in einen gemeinsamen großen Trinkwasserverband für Kappel-Grafenhausen/Rust dadurch geringer.

852 901 Kubikmeter Trinkwasser haben die Menschen, die in Kappel, Grafenhausen und Rust leben und arbeiten, im vergangenen Jahr verbraucht. Nur 555 907 Kubikmeter davon fördern die Gemeinden Rust und Kappel-Grafenhausen im gemeinsamen Trinkwasserversorgungsverband aus bislang noch einem Brunnen am südöstlichen Ortsrand von Kappel. Das sind bereits 56 000 Kubikmeter mehr als erlaubt. Das Wasserwirtschaftsamt erlaubt lediglich eine Fördermenge von 500 000 Kubikmetern. Rund 297 000 Kubikmeter hat der Versorgungsverband im vergangenen Jahr beim Nachbarverband Südliche Ortenau eingekauft, um die Versorgung in Kappel-Grafenhausen und Rust zu sichern.

Verbandsrechner Hans-Peter Zeller erläuterte der Versammlung den Jahresabschluss 2018. Danach sind die Verbandsgemeinden an den Betriebskosten in Höhe von 295 117 Euro je nach ihrem Anteil am Trinkwasserverbrauch beteiligt. Rust trägt hiervon 212 868 Euro, Kappel-Grafenhausen 82 249 Euro. Der Verband arbeite nicht gewinnorientiert, weshalb die Erträge bei 0 Euro liegen, so Zeller weiter.

Im vergangenen Jahr wurden 97 821 Euro investiert. Auch die Investitionskosten teilten sich nach der abgenommenen Trinkwassermenge auf: 27 262 Euro finanzierte Kappel-Grafenhausen, 70 558 Euro Rust. Der Schuldenstand des Verbands liegt bei 408 000 Euro und liegt damit um 43 500 Euro niedriger als zum Jahresende 2017.