Beschluss steht bevor

Am Belchen werden bald Parkgebühren fällig

Yvonne Rünzi

Von Yvonne Rünzi

Fr, 24. September 2021 um 16:56 Uhr

Schönau

Kontrovers wird über die Parkraumbewirtschaftung an der Talstation der Belchenbahn diskutiert. Noch stehen die genauen Kosten nicht fest. Automaten werden aber installiert.

Bürgermeister Peter Schelshorn stellte in der jüngsten Versammlung des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) Schönau das von der Verwaltung erarbeitete Konzept zur Parkraumbewirtschaftung des Belchenparkplatzes vor. Der Wunsch von Schelshorn war es, über das Konzept zu diskutieren und ein allgemeines Stimmungsbild einzuholen – darüber entschieden werden soll dann in der nächsten Sitzung. Tatsächlich sorgt die geplante Bewirtschaftung für Kontroversen unter den Verbandsgemeinden.

Beabsichtigt ist die Errichtung von rund 140 Auto- und vier Bus-Stellplätzen. Auf dem Belchenparkplatz sollen 90 Autos und die Busse Platz finden, entlang der Zufahrtsstraße auf dem Seitenstreifen noch einmal 50 Autos. An vier Parkscheinautomaten können dann Besucher kontaktlos oder mit Münzen ihr Ticket lösen. Die sogenannte "Brötchentaste", also kostenfreies Parken für 60 oder 90 Minuten, soll ebenfalls angeboten werden.

Wie lange wird geparkt?

Wiedens Bürgermeisterin Annette Franz erkundigte sich nach Erfahrungswerten über die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Besuchern. "Gemessen wurde es nicht", berichtete Schelshorn. Ihm wurden aus persönlichen Erfahrungen ganz unterschiedliche Zeiten von 60 Minuten bis zwei Stunden weitergetragen. Nach der kostenfreien Zeit soll pro Stunde ein Euro fällig werden, maximal sieben Euro am Tag. In der Sommersaison von Anfang April bis Ende Oktober möchte die Verwaltung in den Stunden von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens kostenfreies Parken ermöglichen.

In den Wintermonaten ist aufgrund der üblichen Schneeräumarbeiten ein Nachtparkverbot notwendig. Über die Parkdauer und dessen Preis waren sich indes die Teilnehmer der Verbandsversammlung und die Verwaltung durchaus uneins. Einigen stieß der Preis von sieben Euro für 15 Stunden Parken auf. Das sei zu hoch, war der Tenor unter den GVV-Vertretern. Die alternativ vorgeschlagenen fünf Euro wiederum empfand Schönaus Bürgermeister Schelshorn als zu niedrig. "Macht euch nicht kleiner, als ihr seid" appellierte er. In den anderen Tourismusregionen seien sieben Euro "Peanuts".

Stichprobenartige Kontrollen sind geplant

Auch dürfe man nicht aus den Augen verlieren, dass rund um die Zufahrt zur Belchenbahn Investitionen anstehen, die finanziert werden müssen. "Wir müssen Mittel generieren, um die Straße und den Parkplatz zu unterhalten." Die Verwaltung geht derzeit von einem Ertrag von 30.000 Euro netto durch die Parkraumbewirtschaftung aus. Für den Unterhalt der Straße und des Parkplatzes falle etwa der Winterdienst an, der mit 7000 bis 15.000 Euro zu Buche schlägt. Bei einer grundlegenden Straßensanierung rechnet die Verwaltung mit Ausgaben von 150.000 Euro. Auch die notwendigen Investitionen im Kanalbereich erfüllen Schönaus Bürgermeister mit Sorgen. "Wenn ich sehe, was da auf uns zukommt, weiß ich nicht, ob jede Gemeinde für sich in der Zukunft überlebensfähig ist" sagte er.

Nach längerer Diskussion wurde beschlossen, die Parkzeit für den maximalen Tagespreis von sieben Euro auf 24 Stunden zu erweitern. Die Brötchentaste soll für einen Zeitraum von 60 Minuten gelöst werden können.

Eine offene Frage

Geklärt werden muss noch, wie mit den Gästen des Belchenhauses umgegangen wird, die mehrere Tage den Parkplatz in Anspruch nehmen müssen. Bisher war es so geregelt, dass ein Auto zum Belchenhaus hochfahren darf, die restlichen Autos bei der Talstation stehen bleiben. Hinsichtlich des Nachtparkverbotes und der Parktickets muss hier eine Regelung gefunden werden. Kontrolliert werden soll stichprobenartig, zum Beispiel durch das Personal der Belchenbahn oder der Verwaltung. Aus der Nachbargemeinde Todtnau konnte Schelshorn berichten, dass die Automaten gut angenommen werden und "der überwiegende Anteil ein Parkticket löst." Es gebe nur wenige Verstöße.

Fundamente für die Automaten

Eine Bürgerin wollte wissen, ob die Busse auch weiterhin trotz der Stellplätze entlang der Zufahrtsstraße – teilweise beidseitig und im Kurvenbereich – die Talstation erreichen könne. Teilweise sei es jetzt schon zu Behinderungen gekommen. Schelshorn versicherte, dass der Linienverkehr oder Reisebusse ohne Probleme auch oben wenden können.

Bereits in der kommenden Woche werden die Fundamente für die vier Parkscheinautomaten gesetzt. In der Sitzung des Verbands am 23. Oktober soll das Parkraumkonzept beschlossen werden.

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