Aquari-Debatte lauert überall

skk

Von skk

Di, 24. September 2019

Hüfingen

Ablehnung und Fürsprache.

HÜFINGEN (jak). Eigentlich ist der Jahresabschluss der Hüfinger Stadtwerke nicht gerade ein spektakuläres Thema. Viele Zahlen und unterm Strich steht ein Betrag. Dieses Mal liegt der Gewinn mit 140 000 Euro rund 100 000 Euro über dem des Vorjahres. Eigentlich ein Grund zur Freude. Eigentlich: Denn BFSO/Grünen-Stadtrat Michael Steinemann ist beim Studieren der Zahlen über das Defizit des Aquaris gestolpert.

568 000 Euro stehen da für das vergangene Jahr und noch einmal 53 000 Euro für die Sauna. "Wenn man die Zahlen liest, wird es höchste Zeit, sich über die Zukunft des Aquaris Gedanken zu machen." Jeder Hüfinger würde das Hallenbad jährlich mit 80 Euro subventionieren und das, obwohl doch nur ein Viertel der Gäste aus Hüfingen kommen würde. So würde eine große Mehrheit mit den Wassergebühren das Schwimmvergnügen finanzieren, das sie gar nicht nutzen.

Ganz anders sieht das SPD-Stadtrat Reinhard Isak: "Trotz der in die Jahre gekommenen Grund-Bausubstanz nimmt unser Hallenbad im bundesweiten Vergleich beim Kostendeckungsgrad immer noch eine Spitzenstellung ein." Dieser liegt bundesweit bei 32 Prozent, das Aquari hat einen Kostendeckungsgrad von 40 Prozent. Die Anfrage von Steinemann sei eine Steilvorlage für die Kämmerei gewesen, zu stetiger Ausgabendisziplin zu ermahnen. Nun werde von der Kämmerei ausgesagt, dass ohne Hallenbad die Wasserpreise gesenkt werden könnten: "Dies ist aus unserer Sicht eine sehr populistische Argumentation, die in den letzten 30 Jahren niemandem eingefallen ist", sagt Isak. Zumal die Hüfinger Wassergebühren unter dem allgemeinen Durchschnitt liegen würden. Die Stadt brauche keine Gewinnzurückführung von den Stadtwerken. "Wir leisten uns mit dieser Konstruktion für unsere Bürger ein Hallenbad – auch als kommunalpolitisches Alleinstellungsmerkmal in der ganzen näheren Region."

Bürgermeister Michael Kollmeier sah wenig Sinn darin, über die Zukunft des Aquaris anlässlich des Jahresabschlusses Stadtwerke zu diskutieren. "Allein seine Position zu bekunden, das bringt noch keine Mehrheit." Für diese Diskussion sollte man sich Zeit nehmen. "Wir tun alles, dass wir das aktuelle Aquari noch möglichst lange nutzen können."