Geschichte

Auf den Spuren von Goethes Schwester durch Emmendingen

Maya Schulz

Von Maya Schulz

Do, 25. März 2021 um 12:16 Uhr

Hochkultur (fudder)

BZ-Plus Viele wissen es nicht: Die Schwester des berühmten Dichters, Johann Wolfgang von Goethe, wohnte bis zu ihrem frühen Tod in Emmendingen. Ihr Leben war dort nicht sehr glücklich. Auf den Spuren einer Frau, die im Schatten ihres Bruders stand.

Der Titel dieses Textes sagt bereits alles, denn hätte dort "Cornelia Schlosser" und nicht "Goethes Schwester" gestanden, so hätte niemand gewusst, wer gemeint ist. Doch ein Spaziergang durch Emmendingen, wo Cornelia Schlosser, geborene Goethe, von 1774 bis zu ihrem Tod 1777 gelebt hat, bringt sie einem näher. Während ich mit einem Kaffee durch das Städtchen spaziere, werde ich nachdenklich. Zuerst sollte das nur ein interessanter Spaziergang auf den Spuren einer historischen Persönlichkeit werden. Cornelia Schlossers Vergangenheit sagt aber viel mehr aus: Über das historische Emmendingen und vor allem darüber, wie es war, als Frau, die dieselbe Bildung wie ihr berühmter Bruder erhalten hatte, im 18. Jahrhundert zu leben.
In ihrem berühmten Essay "Ein eigenes Zimmer" (1929) diskutiert Virginia Woolf, inwiefern es für Frauen in der Geschichte möglich war, kreativ tätig zu sein. Dabei entwickelt sie das Bild einer fiktiven Schwester Shakespeares: "[Ich] will mir einmal vorstellen, was geschehen wäre, wenn Shakespeare eine wunderbar begabte Schwester gehabt hätte, sagen wir, mit dem Namen Judith." Judith Shakespeare, so Woolf, hätte aufgrund der damaligen Nachteile für Frauen niemals so erfolgreich werden können wie William. Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man die Leben von Johann Wolfgang und Cornelia Goethe vergleicht.
Strenge Erziehung und intensive Ausbildung
Cornelia Goethe wird am 7. Dezember 1750 in Frankfurt am Main geboren und ist damit nur 15 Monate jünger als Johann Wolfgang. Obwohl ihre Eltern, Johann Caspar Goethe und Catharina Elisabeth Textor, noch weitere Kinder bekommen, erleben sich die Kinder niemals alle gleichzeitig, weil alle, bis auf die beiden Ältesten, Johann Wolfgang und ...

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