Interview

Freiburger Politologe fordert eine europäische Allianz mit Indien

Das Gespräch führte Sigrun Rehm

Von Das Gespräch führte Sigrun Rehm

So, 21. April 2019

Ausland

Der Sonntag Wunderbar und bedrückend: Indien kann beides gleichzeitig sein. Zumindest für den Politologen Arndt Michael. Der Indien-Kenner fordert im Interview eine politische Allianz mit dem Land.

Die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt wählt ein neues Parlament: Am 11. April hat der Urnengang in Indien begonnen, bis 19. Mai soll er dauern. Der Freiburger Politikwissenschaftler Arndt Michael ist regelmäßig dort und beobachtet die Ereignisse gespannt.

Der Sonntag: Im Vorfeld der indischen Parlamentswahl gab es die große Sorge, dass es zu Manipulationen via Social Media kommt. Wie läuft es bisher, Herr Michael?

Bislang ist zum Glück alles ruhig verlaufen. Anders als bei der Wahl vor fünf Jahren gab es keine Berichte über Ausschreitungen oder gar Tote und nur wenige Unregelmäßigkeiten wie die, dass in einem Ort die Wahl auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden musste, weil jemand versucht hatte, Wähler zu bestechen, was aufgeflogen ist.

Der Sonntag: Die Wahl wird als erste Social-Media-Wahl der Welt bezeichnet. Stimmt diese Einschätzung?

Nein, man muss realistisch sein: Von den 900 Millionen Wahlberechtigten haben etwa 400 Millionen Internet. 250 Millionen davon haben einen WhatsApp-Account, 300 Millionen einen Facebook-Zugang, etwa 60 Millionen nutzen Twitter. Wenn also 200 Millionen Menschen im Wahlkampf erreicht werden, ist das durchaus relevant, aber von der größten Social-Media-Wahl der Welt kann keine Rede sein. Die meisten Inder informieren sich über klassische Medien wie Zeitung und Fernsehen.

Der Sonntag: Beobachter berichten aber, wie Teams von Cyber-Kriegern im Auftrag der beiden großen ...

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