Tansania

Kommerzielle Fischerei mit Dynamit ist lebensgefährlich

Julia Amberger

Von Julia Amberger

Do, 15. Dezember 2016

Ausland

Vor der Küste Tansanias ruinieren illegale Dynamitfischer die Korallenriffe. Der Terror ihrer Banden bedroht inzwischen auch die Sicherheit des ganzen Landes.

Schwarzer Qualm zieht über den Fischmarkt im Zentrum von Daressalam, eine Ansammlung von niedrigen Holztischen und Pavillons, umzingelt von Buden. Links vom Eingang schlagen Männer mit einer Axt auf Eisblöcke ein, bis sie zerbersten. Rechts beugen sich Frauen über einen Tisch, ziehen Fischen die Innereien aus dem Bauch. Dazwischen kicken zwei Jungs. Das Unterhemd des einen ist zerschlissen, an seinem Handgelenk blitzt eine Silberkette. Misstrauisch mustern sie jeden, der ankommt.

Jetzt drückt der mit der Silberkette sein Handy ans Ohr, spricht etwas ins Telefon. Plötzlich schiebt ein Verkäufer nebenan die Fische auf dem Tisch vor ihm in eine Plastiktüte, schnell hin zu diesem Mann. Welchen Fisch kann er heute empfehlen? "Oh, heute ist kein guter Tag, das Wetter ist schlecht zum Fischen", sagt er und winkt ab. Zwei Barsche sind noch nicht in der Tüte verschwunden. Ihre Augen sind rot, Blut quillt aus ihren Kiemen hervor. Eindeutig: Diese Fische wurden nicht mit Netz oder Angel gefangen. Sie wurden mit Dynamit getötet.

Der vermeintlich

"ruhige Anker" Afrikas

Tansania ist nicht nur eines der beliebtesten Reiseziele bei Afrika-Touristen. Es ist auch dabei, Afrikas Nummer eins im Bergbau zu werden. Je näher es diesem Ziel kommt, desto mehr eigentlich für die Mineure vorgesehenes Dynamit kursiert auf dem Markt. Über Kriminelle gelangt es in die Hände von Fischern. Ein Wissenschaftler zählte mehr als 300 Explosionen auf dem Meer binnen 30 Tagen.

Zwar explodieren auch in den Nachbarländern hin und wieder Dynamitstangen im Meer. Doch dort wird der illegale Handel mit Sprengstoff mit bis zu ...

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