"Bereitet den Nährboden"

dpa

Von dpa

Mi, 05. Mai 2021

Rock & Pop

Studie zu Gangsta-Rap und Antisemitismus.

"Gangsta-Rap" fördert einer Studie zufolge antisemitische und frauenfeindliche Einstellungen bei Jugendlichen. Weniger stark wirke sich der Einfluss auf weibliche Konsumenten aus und auf Hörer mit Gymnasialbildung. Das geht aus einer Studie der Universität Bielefeld hervor, die die Antisemitismusbeauftragte Nordrhein-Westfalens, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, am Dienstag vorgestellt hat. "Die Studie belegt erstmalig empirisch, dass Gangsta-Rap den Nährboden für spätere verfestigte antisemitische Einstellungen bereitet", erklärte Leutheusser-Schnarrenberger. Für die Studie wurden 2019 und 2021 Einzelinterviews und Gruppengespräche geführt. Zusätzlich seien 500 Zwölf- bis 24-Jährige per Fragebogen interviewt worden.

Mehr als jeder dritte Befragte glaubt, dass Rapper auf politische Themen aufmerksam machen. Vor allem antisemitische Anspielungen in Text und Bildern würden "häufig nicht als solche erkannt und verstanden". Während die Ergebnisse einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gangsta-Rap und antisemitischen sowie frauenfeindlichen und chauvinistischen Einstellungen belegten, lasse sich ein Einfluss auf rassistische Einstellungen nicht feststellen.