Bronze fürs Sprungquartett

Annemarie Zwick und Johannes Bachmann

Von Annemarie Zwick & Johannes Bachmann

Mo, 09. März 2020

Skilanglauf

Luca Roth und Claudio Haas JWM-Dritte im Teamspringen / Brugger Siebter mit der Mixedstaffel.

OBERWIESENTHAL. Luca Roth vom SV Meßstetten, der in Hinterzarten lebt und vor einem Jahr im finnischen Lahti mit Gold, Silber und Bronze zum König der Junioren-Weltmeisterschaft avancierte, landete bei der JWM in Oberwiesenthal im Einzelwettkampf nur auf Rang 16, holte aber zusammen mit dem Schonacher Claudio Haas Bronze im Teamspringen. U23-Skilangläufer Janosch Brugger von der WSG Schluchsee lief in der deutschen Mixed-Staffel ein famoses Rennen, dennoch blieb dem DSV-Quartett nur Rang sieben.

An Janosch Brugger (WSG Schluchsee) lag’s nicht, dass die deutschen Langläufer auch im letzten Rennen der U-23-Weltmeisterschaft in Oberwiesenthal ohne Medaille blieben. Der 22-jährige Lenzkircher hatte seine Leistung in der Mixed-Staffel über 4x5 Kilometer bei Wind und Schneefall gebracht und die Hoffnung auf Edelmetall im Erzgebirge am Leben erhalten.

Startläuferin Antonia Fräbel (WSV Asbach), die in der ersten ihrer zwei Runden am Schlussanstieg gestürzt war, wechselte als Sechste 16,2 Sekunden hinter den führenden USA auf den Schwarzwälder. Der nahm, ebenfalls in der klassischen Technik, gleich energisch die Verfolgung auf. Nach gut einem Kilometer war er mit "überragendem Material", wie er später lobte, am Italiener und am Chinesen vorbeigezogen. Beim Durchlauf nach seiner ersten Runde lag er schon knapp hinter dem auf Rang drei zurückgefallenen Amerikaner. Den schnappte sich Brugger auf dem nächsten Kilometer und arbeitete sich dann an den Schweden Leo Johansson heran. Auf den letzten 700 Metern überholte er auch ihn und wechselte bei Halbzeit der Staffel als Zweiter, 11,5 Sekunden hinter Norwegen und 2,1 Sekunden vor Schweden. Noch vor dem Norweger Haavard Moseby, der im Massenstartrennen über 30 Kilometer Bronze gewonnen hatte, war Janosch Brugger die zweitbeste Zeit gelaufen. Schneller war bei seiner Aufholjagd von Rang acht auf vier nur der Russe Sergej Ardaschew, Weltmeister über 15 Kilometer klassisch und Massenstart-Vizeweltmeister.

Der Dresdner Richard Leupold büßte auf seinen zwei Skating-Runden einen Platz ein und wechselte 48,7 Sekunden hinter dem führenden Norweger als Dritter auf Schlussläuferin Coletta Rydzek. Die Oberstdorferin, auf den Tag gleich alt wie Janosch Brugger, brach auf ihrer zweiten Runde völlig ein und kam mit mehr als eineinhalb Minuten Rückstand auf Weltmeister Norwegen entkräftet als Siebte ins Ziel. Ihre drei Teamkollegen nahmen die tief enttäuschte Allgäuerin in die Mitte und trösteten sie. Natürlich bedauerte auch Janosch Brugger, dass es wieder nicht zur Medaille gereicht hatte. Doch das deutsche Quartett habe "in dieser Aufstellung fast das Maximale rausgeholt", ordnete er das Ergebnis ein. Sein Fazit nach sieben WM-Tagen mit dem Maximum von vier Starts: Es sei "sauschade", dass ihm die "coole Krönung" Medaille versagt blieb. Dennoch ist er "froh, dass ich nach dieser Saison wieder in der Weltspitze angekommen bin, zumindest klassisch". Als Vierter des Klassikrennens über 15 Kilometer, seine Spezialität, hatte der Hochschwarzwälder Bronze nur um 4,5 Sekunden verpasst.

Es war nicht Luca Roths Abend. Unter Flutlicht hatte der hochaufgeschossene Wahl-Schwarzwälder beim Einzelspringen auf dem windanfälligen 105-Meter-Bakken in Oberwiesenthal Mühe, seine Form abzurufen. Mit einem 88,5 Meter kurzen Sprung platzte Roths Medaillentraum schon im ersten Durchgang, während der Österreicher Peter Resinger mit einem 108 Meter weiten Flug souverän Anspruch auf den Titel anmeldete. Im Finale gelang Luca Roth ein solider, 94,5 Meter weiter Sprung, doch hinter dem neuen Weltmeister Resinger, Silbermedaillengewinner Sander Eriksen (Norwegen) und Mark Hafnar (Slowenien), musste sich der Wahl-Hinterzartener mit Rang 16 begnügen.

Der 19-jährige Claudio Haas vom SC Schonach landete bei seiner JWM-Premiere auf dem 24. Platz. Im Teamspringen bewies Luca Roth sein Können und hatte mit 96,5 und 103 Meter weiten Sprüngen maßgeblichen Anteil am Gewinn der Bronzemedaille des DSV-Quartetts. Claudio Haas war die Nervosität im Teamwettkampf anzumerken, doch nach einem packenden Wettkampf war die Freude des Schonachers, der zusammen mit Roth, Kilian Maerkl vom SC Partenkirchen und dem Oberstdorfer Philipp Raimund abhob, enorm. Junioren-Weltmeister im Teamspringen wurde das slowenische Quartett vor Österreich. Im Skisprung-Mixedwettbewerb landete Luca Roth am Sonntag zum Abschluss der JWM mit Selina Freitag, Philipp Raimund und Pia Kuebler auf Rang vier.

Die Schonacherin Anna Jäkle, hoffte bei der JWM vergeblich auf einen Einsatz. Sowohl im Einzel- als auch im Teamspringen war die 16-jährige Schonacherin nur Zuschauerin.