Corona trifft den Arbeitsmarkt mit voller Wucht

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 14. Januar 2021

Lörrach

Konjunktur war schon getrübt.

(BZ). Die Auswirkungen der Pandemie treffen den regionalen Arbeitsmarkt mit voller Wucht. Gegenüber März gingen zum Stichtag 30. Juni 2134 weniger Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, im Vergleich zum Vorjahr sind es sogar 2217 weniger.

Corona wirkt laut einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit als Brandbeschleuniger für die bereits angeschlagenen Konjunktur. Horst Eckert, Leiter der Lörracher Arbeitsagentur, begründet den Rückgang der Beschäftigung nicht nur mit der Pandemie: "Wir nehmen bereits seit 2019 eine Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt wahr. Da gab es noch keine Pandemie, aber durchaus eine nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt." Verwöhnt von jahrelang steigenden Beschäftigungszahlen, stagnierten die Zahlen bereits erstmals zwischen dem Frühlings- und Sommerquartal 2019, gingen sogar um 0,1 Prozentpunkte zurück. Zu diesen strukturellen und konjunkturellen Schwächephasen kam die Pandemie.

Seit März gingen die neuen Beschäftigungsverhältnisse um 2400 zurück, das sind 47 Prozent. Bis auf wenige Ausnahmen, wie die Land- und Forstwirtschaft sowie Wach- und Sicherheitsdienstleistungen, sind alle Branchen betroffen. Eine Konzentration nimmt die Arbeitsagentur in den Bereichen wahr, die besonders vom Lockdown des 2. Quartals betroffen waren: Handel, Gastronomie und körpernahe Dienstleistungen wie Friseure und Kosmetikstudios.

Mehr Betriebe seit Juni 2019, weniger seit erstem Lockdown

Die starke Inanspruchnahme von Kurzarbeit habe laut Eckert neben den Soforthilfen dazu beigetragen, den Arbeitsmarkt vor dem Kollaps zu retten. Mit aktuell 10 124 Betrieben in den Landkreisen Lörrach und Waldshut gibt es sogar 27 Betriebe mehr als noch im letzten Jahr. Betrachtet man aber die Zeit zwischen März und Juni, waren es 29 Betriebe – querbeet durch alle Branchen – weniger.