Integration

Das hat etwas mit Neutralitätspflicht zu tun

Thomas Rolle

Von Thomas Rolle (Albbruck)

Sa, 14. März 2020

Leserbriefe

Zu: "Vorurteile statt Integration", Tagesspiegel von Christian Rath (Politik, 28. Februar)
Vorurteile scheint mir Herr Rath zu haben. Wenn er es als Zeichen der Integration ansieht, wenn eine deutsche Muslimin Jura studiert, scheint er das von Musliminnen offensichtlich nicht zu erwarten. Wieso eigentlich nicht? Was für eine Einstellung zu Musliminnen steckt da dahinter?

Durch ihre Klage zeigt die Frau, dass sie sich bewusst von der Mehrheit abheben will, und stellt dies auch mit Vehemenz zur Schau. Sie ist tief in ihrem Glauben verwurzelt. Was, wenn dies nicht nur in Bezug auf das Kopftuch gilt, wenn Koran und Scharia eine ebensolche Wichtigkeit für sie haben?

Religiöse Symbole haben im öffentlichen Bereich nichts zu suchen, das hat nichts mit Vorurteilen oder Integration zu tun, sondern mit Neutralitätspflicht. Bis Erdogan galt dies sogar in der Türkei. Ich kann mir den Aufschrei vorstellen, wenn ein Richter mit Kreuz um den Hals Recht sprechen würde. Was würde Herr Rath wohl dazu meinen? Thomas Rolle, Albbruck