Der visionäre Tausendsassa

Wilfried Dieckmann

Von Wilfried Dieckmann

Mi, 10. August 2022

Grafenhausen

Salvatore Mainardi zeigt "Der Kopf im Kopf – und nicht nur ..." im Schwarzwaldhaus der Sinne.

(cs). Bürgermeister Christian Behringer zeigte sich bei der Vernissage von der Vielseitigkeit des Künstlers Salvatore Mainardi und den gezeigten Werken in der neuen Ausstellung "Der Kopf im Kopf – und nicht nur ..." beeindruckt, die im Schwarzwaldhaus der Sinne gezeigt wird. Durch seine Installation "On the Move" im Skulpturenpark sei der Kunstmaler und Grafiker kein Unbekannter in der Region. Museumsleiterin Kathleen Mönicke stellte die Biografie des italienisch-schweizerischen Kunstschaffenden vor und freute sich, dass die seit langer Zeit größte Vernissage mit so vielen Kunstinteressierten stattfinden konnte.

Kurator Wilfried Dieckmann hielt die Rede zur Ausstellungseröffnung. Der schweizerisch-italienische Doppelbürger hat in Italien das Kunst-Gymnasium besucht. Hier lernte er die Techniken alter Künstler kennen. Der Laudator zeigte ein Landschaftsbild von Salvatore Mainardi aus dem Jahr 1972, das er nach seinem Kunststudium mit viel Spachtelarbeit geschaffen hat. In den 1970er bis in die 1990er Jahre malte und sprayte der Künstler vor allem surrealistische Landschaften. Es folgte die Zeit, in der Salvatore Mainardi nahezu ausschließlich Köpfe aus Ton, Zement, Leder oder Papier fertigte. Der Mensch ist in seinen künstlerischen Arbeiten das zentrale Thema. Als Grundlage in seinen Werken findet sich immer wieder dasselbe Gesicht. Ist dieses ein Er, eine Sie oder ein Es? "Egal, es ist ein Mensch", stellte der Laudator fest.

Kraft der künstlerischen Spontaneität entsteht aus der identischen Vorlage etwas Einzigartiges. Salvatore Mainardi suche nicht ständig nach neuen Motiven, er nehme einfach das, was den Menschen einzigartig macht – das Gesicht. Auch in Sachen Natur und Umwelt gibt Salvatore Mainardi dem Betrachter einiges mit auf den Weg. Der Visionär versteht es, mit Farben, mit surrealistischen Strukturen nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft in seinen Arbeiten zu transportieren.