KZ-Aufseher

Die Alternative wäre der eigene Tod gewesen

Uli Wurster

Von Uli Wurster (Albbruck)

Sa, 01. August 2020

Leserbriefe

Zu: "Späte Strafe für KZ-Aufseher", Agenturbeitrag (Politik, 24. Juli)
Allein die Tatsache, dass ein solcher Prozess geführt wird, ist für mich unverständlich. Da wurde ein heute 93-jähriger im Alter von 17 Jahren von den Nationalsozialisten zum Wehrdienst eingezogen. Hier wurde er im KZ Stutthof verpflichtet, als Wachmann seinen Dienst zu verrichten. Hätte er diesem Befehl nicht Folge geleistet, wäre er mit Sicherheit standrechtlich erschossen worden.

Alle, die diesen damals Jugendlichen heute verurteilen – egal ob Richter, Staatsanwalt oder Nebenkläger –, sollten sich doch einmal fragen, ob sie nicht auch gehorcht hätten. Die Alternative wäre der eigene Tod gewesen. Kein anderes Land führt solche Prozesse. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass die Piloten, welche einst Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki geworfen haben, oder der US-Präsident, der dieses Massaker angeordnet hat, sich jemals dafür verantworten mussten. Uli Wurster, Albbruck