Die Eisvögel gleichen aus

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mi, 03. April 2019

USC Eisvögel

USC-Basketballerinnen besiegen im zweiten Playoff-Viertelfinalspiel Wasserburg 73:66 und erzwingen ein Entscheidungsspiel.

FREIBURG. Geschafft – die Erstliga-Basketballerinnen des USC Freiburg gewannen am Dienstagabend im Playoff-Viertelfinal-Heimspiel gegen den TSV Wasserburg mit 73:66 (40:36), glichen in der Best-of-three-Serie nach der 80:81-Niederlage vom vergangenen Samstag zum 1:1 aus und erzwangen damit ein entscheidendes drittes Spiel. Das findet am Samstag, 19 Uhr, in Wasserburg statt. Der Sieger dieser Partie steht dann im Halbfinale.

Für Basketballspiele im April, die um 19 Uhr beginnen, ist die Unihalle nicht geschaffen worden. Von der Ostseite brezelt die Sonne in die Halle, aber der USC hatte zumindest vorgesorgt und den Lichteinfall mit Bannern auf ein Minimum reduziert. Nichts sollte den Heimvorteil schmälern, mit dem die Breisgauer in zehn Hauptrundenspielen acht Siege feierten. Die zwei Niederlagen hatten sie gegen Meisterschaftsfavorit und Pokalsieger Herne erlitten – und eben gegen Wasserburg.

Mit einem selbstgemachten Plakat, auf dem "gute Besserung Luisa" stand, stürmten Kapitänin Luana Rodefeld und Kelly Moten bei der Mannschaftsvorstellung in die Halle. Sie versuchten mit dieser Aktion, die Laune von Mitspielerin Luisa Nufer aufzuhellen, die wegen eines am Sonntag erlittenen Handbruchs nicht spielen konnte. Es war nicht der einzige Mutmacher. Am Spielfeldrand tigerte ein USC-Anhänger mit Megafon sowie schwingendem Handtuch hin und her, der wahrscheinlich mehr lief als die beiden Schiedsrichter zusammen.

Die Playoff-Atmosphäre äußerte sich auf dem Spielfeld in den ersten zwei Minuten durch Nervosität und lediglich einen Dreipunkte-Treffer durch Audrey-Ann Caron-Goudreau. Erst allmählich schwand die Anspannung. Der USC versuchte im ersten Viertel vor allem, Centerin Kristin Gaffney unterm Korb zu isolieren, was die US-Amerikanerin mit acht Punkten dankte. Diese Zähler konnten den knappen Rückstand nach dem ersten Viertel (15:17) indes nicht verhindern.

Etwas vom elfmaligen Deutschen Meister absetzen konnten sich die Eisvögel in den zweiten zehn Spielminuten. Nach etlichen Fehlwürfen gelang Spielmacherin Ilze Jakobsone ein Dreier, Gaffney schraubte den Vorsprung zwischenzeitlich auf zehn Zähler (35:25). Dass der Gast zur Halbzeit fast wieder dran war,, hatte er einem Dreier von Laura Hebecker mit der Halbzeitsirene zu verdanken. Was die Eisvögel gut machten in Halbzeit eins? Sie hielten die Wasserburger Topscorerinnen der ersten Partie, Leonie Fiebich und Jennifer Schlott, bei vier und null Punkten. Auch Nationalmannschaftskapitänin Svenja Brunckhorst traf vor der Halbzeitpause nicht.

Im dritten Viertel fighteten die Eisvögel weiter und behaupteten die Führung zunächst. Dann sank die Kanadierin Caron-Goudreau in der 28. Spielminute zu Boden nach einem unglücklichen Schlag, wurde in die stabile Seitenlage und schließlich mit einer Trage in die Kabine gebracht. Dem Vernehmen nach war sie einige Zeit bewusstlos und wurde in die Klinik gebracht.

Dadurch kam ein Bruch ins USC-Spiel. Wasserburg glich zum Viertelende aus (56:56), ging in Führung und war fortan unterm Korb bei den Rebounds überlegen. Doch die Eisvögel kämpften, die 42-jährige Mirna Paunovic hatte mehrere gute Aktionen und verwandelte die Unihalle mit ihren zwei Punkten zum 68:63 in der vorletzten Spielminute in ein Tollhaus. Nun bedurfte es des Einpeitschers an der Seitenlinie nicht mehr. Die Eisvögel sind noch im Wettbewerb.

Freiburg: Moten (10 Punkte), Rodefeld (3), Wieczorek, Kambach (2), Jakobsone (9/davon 2 Dreier), Hoffmann (2), Paunovic (10), Caron-Goudreau (14/2), L. Ouedraogo, Kranzhöfer (2), Gaffney (18), P. Mayer (3). Wasserburg: Schlott (6/1), Hartmann (2), Pöcksteiner, Laura Hebecker (17/4), Fiebich (7/1), Mfoula (nicht eingesetzt), A. Williams (8), Tunstull (14), Brunckhorst, Jakovina (12), Scholzgart (n. e.). Zuschauer: 1100.