Kommentar

Die Freiburger Herbstmess’ wandelt sich – doch der Nervenkitzel bleibt

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mo, 19. Oktober 2020 um 09:49 Uhr

Kolumnen (Sonstige)

Die Zeiten ändern sich ja beständig und es ist nicht das erste Mal, dass sich mit ihnen auch die Freiburger Herbstmess’ wandelt. Eines aber bleibt: ihr Reiz und der Mix aus Nerven- und Gaumenkitzel.

Die Wurzeln der Freiburger Herbstmess’ reichen weit zurück, wie ein Blick ins BZ-Archiv zeigt: Vor über 640 Jahren wurde der Stadt Freiburg das Jahrmarktrecht verliehen und die Kirchmess’ eine beliebte Veranstaltung. Die Begeisterung ebbte mit der Zeit ab, aber sie brandete irgendwann auch wieder auf und vor 120 Jahren erlaubte man schließlich Fahrgeschäfte wie Karussells.

Auch Größe und Standort des Rummels änderten sich. Ab 1894 war es der Stühlinger Kirchplatz, woran heute noch eine kleine Nostalgie-Version erinnert, später zog die Herbstmesse auf den "Neuen Messplatz" in der Wiehre, bevor Messe und Name am Flugplatz landeten.

Was bei aller Veränderung gleich bleibt, ist der Reiz, der Mix aus Nerven- und Gaumenkitzel, aus Neuem und Vertrautem. Die Gewinne an der Wurfbude sehen zwar anders aus, aber noch immer warten drei Bälle auf den Werfer. Die Fahrgeschäfte blinken wilder, machen aber einfach immer noch schön schwindelig. Die Zuckerwatte begeistert Kinder, das Riesenrad bleibt riesig, und gebrannte Mandeln gibt es zwar mit wenig Zucker oder mit Chili, aber sie bleiben die beste Erfindung, um das Herbstmess’-Gefühl mit heim zu nehmen.
Kontakt zur Autorin: hoehl@badische-zeitung.de