Die Jüngeren nicht nochmal hintanstellen

Andrea Welz

Von Andrea Welz (Lahr)

Mi, 05. Mai 2021

Leserbriefe

Zu: "Impfen für die Konjunktur", Tagesspiegel von Thorsten Knuf (Politik, 28. April)

Ich frage mich, warum es keinerlei Einwände dagegen gibt, dass das von Thorsten Knuf zitierte formaljuristische Argument alle anderen Gerechtigkeitserwägungen zum Schweigen bringt. Natürlich wäre es falsch, von "Privilegien für Geimpfte" zu sprechen. Es handelt sich ja um die Rückgabe von Grundrechten.

Aber wenn diese Grundrechte eben nur einem Teil der Bürger zurückgegeben werden, während sie den anderen vorenthalten bleiben, so ist eben diese Rückgabe eine privilegierte. Sollen tatsächlich Geimpfte bald die Restaurants und Flughäfen wieder bevölkern, während gerade die noch warten müssen, deren Solidarität es ermöglicht hat, dass der knappe Impfstoff den verwundbareren Älteren zugutekam, um deren Leben zu schützen? Dass dies richtig war, möchte ich ausdrücklich befürworten. Als nicht richtig aber empfinde ich es, die Jüngeren nun ein zweites Mal hintanzustellen, wo es dieses Mal nicht um den Schutz von Menschenleben geht. Andrea Welz, Lahr