Missbrauch

Die Kündigung kann nur als entmutigendes Signal für Erzieher verstanden werden

Renate Rappenecker und

Von Renate Rappenecker und

Do, 25. Juni 2020

Leserbriefe

Zu: "Die Krux mit der Wahrheit", Beitrag von Frank Zimmermann (Politik, 18. Juni)

Als Eltern von zusammen sieben Kindern und entsprechender Kita-Erfahrung stockte uns bei der Lektüre des Artikels über die Kündigung der Erzieherin Margareta S. der Atem. Wie kann es sein, dass diese so mutige und umsichtige Frau bestraft wird für ihre Aufmerksamkeit? Wir jedenfalls möchten uns bei ihr bedanken und ihr unser Kompliment aussprechen.

Rechtfertigen sollte sich der Betreuer, der geglaubt hat, sich in Löffelchen-Haltung zu einem der schlafenden kleinen Kinder legen zu dürfen. Und natürlich musste Margareta S. Verdacht schöpfen, als sie ihn mit einem weinenden Dreijährigen mit herabgelassener Hose sah. Angesichts der sich häufenden Fälle von Kindesmissbrauch sind wir doch eigentlich alle aufgefordert, genau hinzusehen.

Eine Kündigung wegen "unkollegialen" Verhaltens erscheint uns als unangemessen und kann nur als entmutigendes Signal für Erzieher verstanden werden. Oder gibt es Hintergründe, über die dieser ausgezeichnete Artikel keine Auskunft gibt? Renate Rappenecker undGerd Krumeich, Freiburg