Die SC-Fußballerinnen spielen wieder

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

So, 24. Mai 2020

SC Freiburg

Am 30. Mai kommt 1. FFC Turbine Potsdam.

Wer hätte es gedacht: Nach zweieinhalb Monaten Zwangspause dürfen die Erstliga-Fußballerinnen in Deutschland ihre Saison nun doch beenden. Sie hatten – anders als viele Ligen in anderen Sportarten – die Spielzeit 2019/2020 im Zuge des Lockdowns nicht ganz abgebrochen, sondern erstmal abgewartet. Schon in einer Woche geht’s wieder los: Die Fußballerinnen des SC Freiburg spielen am Samstag, 30. Mai, um 13 Uhr daheim gegen den 1. FFC Turbine Potsdam. Der Ortenauer Erstligist SC Sand tritt bereits am Freitagabend, 29. Mai, um 19.15 Uhr beim 1. FFC Frankfurt an. Diese Partie wird live auf Eurosport übertragen.

"Die Entscheidung ist ein wichtiger Schritt für den deutschen Frauenfußball", ließ Birgit Bauer, Managerin der SC-Frauen in Freiburg, der Badischen Zeitung mitteilen. "Wir freuen uns, dass die Saison fortgesetzt werden kann und werden das erarbeitete Hygiene- und Organisationskonzept konsequent umsetzen." Die Regeln für die Frauen sind genauso streng wie für die Männer der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga, und selbstverständlich werden auch die Kickerinnen in der Freiburger Fußballschule und im Ortenauer Orsay-Stadion unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen. Aber, immerhin: Sie spielen.

Das haben sie, wenn alles klappt, im Augenblick allen namhaften Frauen-Ligen in ganz Europa voraus. Der Re-Start nahezu parallel zu den Männern gilt als Hinweis darauf, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) unter seinem neuen Präsidenten Fritz Keller Ernst machen will mit der Ankündigung, dem Frauenfußball größeres Gewicht zu verleihen. Siegfried Dietrich, der Vorsitzende des DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen und Manager des 1. FFC Frankfurt, ist voll des Lobes über die Entscheidung. "Wie könnten wir besser unser Liga-Profil schärfen, als in Zeiten wie in der Corona-Krise auch dadurch wahrgenommen zu werden, dass wir mit einer einheitlichen Haltung gemeinsame Ziele im Blick haben und damit für unsere Fans, unsere Sponsoren und Liga-Partner Stabilität und Zuverlässigkeit signalisieren", sagte er.