Wiedereröffnung der Hasler Höhle rückt näher

Hrvoje Miloslavic

Von Hrvoje Miloslavic

Do, 16. September 2021

Hasel

Gemeinderat beschließt Erneuerung der Technik in der Erdmannshöhle / Besichtigungen sind künftig führerlos möglich.

. Die Wiedereröffnung der Haseler Erdmannshöhle rückt näher. Zumindest in technischer Hinsicht hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend beste Voraussetzung dafür geschaffen. Er genehmigte einstimmig, die Firma Cave Lighting aus Herborn mit der technischen Umsetzung des Projektes "Schauhöhle ohne Führung" für die Angebotssumme von knapp über 52 000 Euro zu beauftragen.

Wann auch immer die Höhle ihre Toren wieder öffnen wird – Besichtigungen werden unter anderen Voraussetzung stattfinden. Künftig werden nicht mehr sachkundige Höhlenführer Schulklassen und Touristen durch die Tropfsteinhöhle führen. Die Entscheidung zur Aufrüstung und Modernisierung mit LED-Beleuchtung und Kamerasystem sowie zur Umstellung auf führerlosen Betrieb sind jedoch nicht so sehr auf die Möglichkeiten der Digitalisierung zurückzuführen als auf den chronischen Personalmangel.

Überzeugt zeigte sich Bürgermeister Helmut Kima, mit Cave Light ausgewiesene Profis am Werk zu wissen. Überlegungen, für die Umsetzung zunächst lokale oder regionale Elektrobetriebe zu berücksichtigen, seien zwar angestellt worden. Angesichts der spezifischen Bedingungen und Anforderung in der Erdmannshöhle sei der Auftrag bei Experten in guten Händen. Dies hätte auch eine Rückfrage bei einem regionalen Elektromeister bestätigt. Der Bürgermeister erinnerte außerdem daran, dass die Firma 2014 bereits ein vom Naturpark Südschwarzwald gefördertes Projekt zur energetischen Sanierung der Erdmannshöhle "zu unserer vollsten Zufriedenheit ausgeführt hat".

Mit 1500 Euro schlägt das in der Beschlussvorlage als "äußerst preiswert" gepriesene Angebot von Jeannot Weißenberger zu Buche. Der Grafikdesigner aus Schopfheim wird mit der Herstellung der neuen Informationstafeln beauftragt. Bedenken äußerte Gemeinderätin Renate Scholz. Sie fürchtet, dass sich Besichtigungen, die Besuchern lediglich Tafeln als Informationsquelle anbieten, "relativ langweilig" gestalten könnten. "Die Höhle ist sicher nicht langweilig", entgegnete Kima. Gegenüber dem Vorschlag der Gemeinderätin, die Höhle mit Audio-Guides (Audioführer) auszustatten, zeigte er sich aber nicht grundsätzlich abgeneigt. Die Höhle solle erst mal in einen zweijährigen Probebetrieb gehen, nachrüsten könne man später. Hoffnungen auf eine kurzfristige Anschaffung musste der Bürgermeister jedoch enttäuschen. "Der Förderantrag ist ausgeschöpft", stellte er klar.

Auch das neue Projekt kann mit Mitteln des Naturparks rechnen. Die Gemeindeverwaltung erwartet eine Förderung in Höhe von 26 700 Euro, was rund 60 Prozent der Gesamtkosten entspricht. Im Juni ist die schriftliche Bewilligung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns im Haseler Rathaus eingegangen.