Diese Sprache kennen wir aus unserer Geschichte

Gabriele Hoegl

Von Gabriele Hoegl (Kirchzarten)

Mo, 11. Januar 2021

Leserbriefe

Zu: "Erwerbstätige sollten zuerst geimpft werden" und "Das sind wir also unseren Politkern wert", Zuschriften von Georg Klugermann und Volker Frey (Forum, 2. Januar)

Der Autor des ersten Briefes betont, dass er weder AfD-Wähler noch Querdenker sei, bedient aber sprachlich genau deren Anhänger, nur dass er das Virus wohl nicht leugnet. Er möchte zuerst geimpft werden, denn schließlich zieht er "den Karren aus dem Dreck". Nicht die "Alten und Dementen". Das betont er in den wenigen Sätzen zweimal mit gleichen Worten. Diese Sprache kennen wir nur zu gut aus der Geschichte unseres Landes.

Ist das das "unwerte Leben", das nicht mehr in der Lage ist, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, sondern das Land nur noch kostet? Beim zweiten Brief hätte ich mir von der Badischen Zeitung einen Faktencheck vor dem Abdruck gewünscht. Nicht jeder Leser ist bereit, sich die Impfverordnung durchzulesen, um festzustellen, dass Polizisten im Einsatz in derselben Gruppe sind wie Obdachlose und Asylbewerber. Auch hier wird mit Feindbildern gespielt. Obdachlose und Asylbewerber versus Polizeibeamte und die guten Bürger. Zum Glück müssen allerdings Letztere nicht in Massenquartieren leben. Gabriele Hoegl, Kirchzarten