Miteinander

Ein gemeinsamer Weg in eine neue Normalität

Hans-Peter Karrer (Bad Säckingen)

Von Hans-Peter Karrer (Bad Säckingen)

Fr, 15. Mai 2020

Leserbriefe

Zu: "Wenn Ethik die Wirtschaft besiegt", Beitrag von Johannes Adam (Kultur, 28. April)
Es bedeutet, so der Kulturforscher Markus Tauschek, "dass wir durch Muße selbstkritisch über uns nachdenken, über gesellschaftliche Zustände und Zwänge". Und an anderer Stelle Tauscheks Beobachtung: Jetzt wurden erstmals Menschenleben, das Individuum und die Gesundheit über wirtschaftliche Interessen gestellt – zumindest kurzfristig.

Es stellt sich die Frage, wenn nicht jetzt, wann handeln wir dann für eine gerechtere und friedvollere Welt, in der wir alle leben wollen? Seit langem gibt es berechtigte Stimmen mit dem Hinweis, wer achtsam sei, der habe auch Haltung. Bis vor wenigen Wochen war unser Alltag durchorganisiert, das Gemeinwohl und der Erhalt unserer Lebensgrundlagen standen mehr oder weniger hinter Kapitalinteressen zurück. Jetzt spürt jeder, neue Werte brauchen unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft. Aber welche?

Sinnhaft könnte jetzt sein, eine neue Solidarität zu leben. Wir haben in der Krise erfahren, dass wir alle zusammenhängen. Es könnte aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben, und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist. Was wir brauchen, ist ein gemeinsamer Weg in eine neue Normalität. Hans-Peter Karrer, Bad Säckingen