Ein gestochen scharfer Blick in die Sterne

Birgit-Cathrin Duval

Von Birgit-Cathrin Duval

Fr, 16. August 2019

Malsburg-Marzell

Besucher testen das neue Teleskop bei der Sternwarte auf dem Schallerhof in Malsbrug-Marzell.

MALSBURG-MARZELL (bcm). Für seine Sternwarte auf dem Schallerhof bei Marzell hatte Achim Schaller kürzlich ein unerwartetes Geschenk bekommen. Ein pensionierter Lehrer aus Freiburg vermachte ihm ein außergewöhnliches Objektiv mit 15 Zentimetern Durchmesser und einer Brennweite von drei Metern. Das Objektiv wurde vor 40 Jahren bei dem renommierten Feinoptiker Dieter Lichtenknecker angefertigt, der hochwertige Teleskope für Sternwarten und Amateurastronomen herstellte.

Aus zeitlichen Gründen hatte der Freiburger Hobbyastronom seinen Traum vom eigenen Teleskop nie verwirklichen können. Jetzt weiß er es bei Achim Schaller in professionellen Händen. Das Objektiv steckt nun in einem Refraktor-Teleskop mit 15 Zentimeter Durchmesser und drei Metern Brennweite. Zusätzlich beherbergt die Sternwarte ein Newton Teleskop mit 30 Zentimetern Durchmesser und 1,2 Metern Brennweite.

Neugierige, die sich am vergangenen Wochenende zum Sternschnuppen beobachten in der Sternwarte eingefunden hatten, konnten das neue Teleskop testen. Obwohl der erwartete Sternschnuppenregen ausbliebt, war die Begeisterung groß. Die Planeten Jupiter und Saturn sowie der Mond bescherten den Besuchern eindrückliche Sternstunden.

Eigentlich wären Achim Schaller und einige seiner Vereinskollegen der Sternfreunde Breisgau am Sonntag und Montag bei den Sternschnuppennächten am Feldberg tätig gewesen. Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen musste die Veranstaltung allerdings abgesagt werden. Da der Samstagabend recht vielversprechend aussah, hatten sich abends einige Sternfreunde bei der Sternwarte eingefunden. Bereits kurz nach Einbruch der Dunkelheit war mit bloßem Auge ein heller Stern am südöstlichen Horizont sichtbar. Der leuchtkräftige Stern entpuppte sich allerdings als Planet Jupiter, wie Schaller seinen Besuchern erklärte, die den Riesenplaneten durch das neue Teleskop bestaunen konnten.

Der Blick durch das Teleskop offenbarte auch die Jupiter-Monde, den Ring des Saturn und zeigte gestochen scharf die Krateroberfläche des Mondes. Obwohl Anfang der Woche das Maximum des Perseiden-Sternschnuppenstroms erreicht wurde, lohnt sich der Blick in den Nachthimmel weiterhin, denn Sternschnuppen fallen auch in anderen Nächten, wenn auch nicht allzu häufig, zur Erde.

Für den Herbst möchte Achim Schaller Interessierten einen Tag der offenen Sternwarte anbieten, der einmal jährlich stattfinden soll. Der genaue Termin wird frühzeitig bekanntgegeben.