Harry Potter

Ein lesefreudiges Kerlchen nicht davon abhalten

Annette Holl

Von Annette Holl (Bonndorf)

Sa, 21. März 2020

Leserbriefe

Zu: "Wer ist Harry Potter?", Erklär's mir von Heidi Ossenberg (Kultur, 5. März)
Mein Sohn, Simon Holl, Schüler der dritten Klasse der Grundschule in Bonndorf, las beim Frühstück den Artikel über das Harry-Potter-Theaterstück. Mit großer Entrüstung las er dann laut aus der Erklär’s-mir-Spalte vor (nebenbei bemerkt: eine ganz wunderbare Rubrik in der Badischen Zeitung), dass die Bücher angeblich nichts für Grundschüler seien. Dem widerspricht er aufs Äußerste.

Angeregt durch seine großen Schwestern, verschlingt er seit einiger Zeit die Harry-Potter-Reihe und hat vorgestern den vierten Band fertig gelesen. Aus eigener Leseerfahrung wissen wir, dass die Harry-Potter-Reihe zwar mit einem Kinderbuch startet, aber dann schnell zu einer aufregenden, spannenden, teilweise auch gruseligen Erzählung wird. Aber: Wir sind der Meinung, dass man ein lesefreudiges Kerlchen auf keinen Fall vom Bücherregal fernhalten soll.

Mit etwas Begleitung fanden wir Simons Vorhaben auch durchaus vertretbar. So gab es beim Frühstück oder Abendessen oft Gespräche über Textstellen. Teilweise ließ Simon sich auch Teile daraus vorlesen oder las uns aus dem Buch vor. Unser Sohn hat die ersten beiden Filme schon anschauen dürfen. Allerdings werden wir ihm die weiteren Teile noch eine Weile vorenthalten.

Ich denke, es ist ein Unterschied, ob ein Kind Sätze liest und sich Dinge vorstellt und selbst entscheidet, wie genau man das tut. Oder ob es schnelle Bilder präsentiert bekommt und diese dann mitunter noch nächtelang im Kopf beziehungsweise vor Augen hat. Nun stürzt Simon sich erstmal in die Geschichte des fünften Bandes.Annette Holl, Bonndorf