Selbstversuch

Eine Woche ohne Smartphone

Luca Schäffauer, Klasse SG8A, Gewerbliche und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerische Schulen

Von Luca Schäffauer, Klasse SG8A, Gewerbliche und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerische Schulen (Emmendingen)

Di, 30. Juni 2020 um 11:41 Uhr

Schülertexte

Ohne geht nicht. Oder doch? Luca Schäffauer, Schüler der Klasse SG8A der GHSE in Emmendingen, hat versucht, eine Woche lang ohne sein Smartphone auszukommen.

Das Handy ist unser alltäglicher Begleiter. Ständig schauen wir aufs Display. Ich habe mich schon öfter gefragt, wie das Leben komplett ohne Handy
aussehen würde. Also habe ich mich dazu entschieden, eine Woche lang mein Smartphone wegzulegen. Das bedeutet, ich muss die Zeit mit irgendetwas anderem füllen. Ich wollte wissen, ob es die heutige Generation wirklich nicht ohne Handy aushält. Mein Experiment begann in den Fastnachtsfeiern.

Tag 1
Kein Handy - was nun ? Ich habe viel gelesen und ein bisschen Play Station gespielt, irgendwie ist das auf Dauer langweilig. Es war ein merkwürdiges Gefühl, dass mein Handy nicht immer griffbereit neben mir lag. Mehrmals am Tag wollte ich zum Handy greifen, um auf WhatsApp zu schauen, ob Nachrichten da sind, um Musik zu hören und vieles mehr. Doch ich durfte ja nicht. Der erste Tag war nicht gerade leicht. Und es kamen noch sechs weitere. O weh.

Tag 2
An diesem Tag erging es mir ähnlich wie am ersten. Allerdings habe ich mit meiner Familie Kniffel und Siedler von Catan gespielt, was mir den Tag um einiges erleichtert hat. Ansonsten habe ich wieder mal gelesen und eine Stunde Play Station gespielt . Allerdings wurde mein automatisierter Griff zum Handy um einiges weniger.

Tag 3
Ohne Messenger Dienste, wie WhatsApp oder Signal musste ich telefonieren, um mich mit Freunden zu treffen. Tatsächlich funktionierte das aber auch. Wir haben uns verabredet und sind zusammen Fußball spielen gegangen. Wieder zuhause habe ich noch etwas gelesen (was sonst) und bin dann ins Bett. Ich habe mich gewundert, dass erst der dritte Tag vorüber war und wie langsam die Woche ohne Handy vergeht. Oder anders gesagt: Wie viel Zeit man doch hat. An diesem Tag habe mich sehr gut gefühlt, weil es ein super Tag ganz ohne Handy war.

Tag 4
Auch an diesem Tag hatte ich wieder mit meiner Familie gekniffelt, gelesen und etwas Play Station gespielt. Mir ging es prima, da ich mich jetzt langsam daran gewöhnt hatte, die Zeit ohne Handy zu verbringen. Es fehlte mir nicht mehr. Den "Entzug" habe ich wohl hinter mich gebracht. Es war wirklich gar kein Problem mehr, ohne Handy auszukommen.

Tag 5
Als die Schule an diesem Tag, nach einer Woche Ferien, wieder los ging hatte ich erst mal das Problem des Vertretungsplans, da dieser auf meinem Handy angezeigt wird. Ich löste es durch meine Eltern, die für mich nach dem Stundenplan sahen. Und dann nichts wie in die Schule. Der Unterricht und meine Schulfreunde waren eine willkommene Ablenkung. Nach der Schule war ich ausgepowert und normalerweise chille ich dann etwas an meinem Handy. Das ging aber leider nicht und so nahm ich mein Buch zur Hand. Am Nachmittag habe ich mit meinem Bruder Sudokus gelöst. Später am Abend hatte ich noch Fußballtraining.
An diesem Tag habe ich das Handy nicht vermisst, da ich immer was zu tun hatte.

Tag 6
An diesem zweiten Schultag fiel mir auf, dass in den Pausen fast alle Schüler am Handy sind. Ich war, glaube ich, der einzige, der kein Handy in der Hand hatte. Das hat mich echt beeindruckt. Zuhause half ich meinem Vater im Garten, was sonst nicht so oft geschieht, und las den restlichen Tag.

Tag 7
Der letzte Tag des Experiments – und ich war gut drauf, da ich am nächsten Tag wieder mein Handy nutzen durfte. Ich war auch gespannt, wie viele Nachrichten ich bekommen hatte. Noch schnell zum Kieferorthopäde und schon war der Tag vorbei. Ich fühlte mich unheimlich stolz, da ich die Woche so gut überstanden hatte.

Fazit
Eine Woche ohne Handy war ein sehr interessantes Selbstexperiment. Die ersten zwei Tage dieser Woche sind mir wirklich schwer gefallen, aber es wurde von Tag zu Tag leichter. Ich habe in dieser Woche drei Bücher gelesen !!! Es hat mir gezeigt, dass man auch mit deutlich weniger beziehungsweise gar keiner Handynutzung auskommen könnte. Allerdings konnte ich einige Dinge, wie zum Beispiel den Online-Vertretungsplan anschauen, nicht selbst machen. Meine Familie fand, dass ich hilfsbereiter, kommunikativer und offener war. Mir selber fiel das nicht auf, aber es war nett, das zu hören. Nach dieser Erfahrung werde ich bestimmt öfter mal das Handy zur Seite legen, aber ganz abschaffen will ich es auch nicht.