Wilder Wandertrip durch das musikalische Unterholz

Dagmar Barber

Von Dagmar Barber

Mo, 11. Februar 2019

Emmendingen

Die Shoo Shoos brachten Black Forest Swing auf die Bühne des Schlosskellers und überzeugten mit Vielseitigkeit und Witz.

EMMENDINGEN. Lauter grellbunte Songs, zahllose Slapsticks. Eine sechsköpfige Truppe – die Shoo Shoos mit ihrem neuen Programm "Black Forest Swing" – brachten am Samstagabend im vollbesetzten Schlosskeller die Zuschauer immer wieder zum Lachen. Aus der Tradition der klassischen Musikkomödien, die mit Gesang, Tanz, Slapstick, temporeichen Dialogen und Szenenwechseln genreübergreifend mitreißendes Theater erschaffen, entstand diese Show aus Swing, Glamour und ein wenig Nostalgie.

In der atemberaubenden Swing-Comedy stimmte von den Kostümen bis hin zu den Choreografien einfach alles. Die Zuschauer hatten ihre Freude an den drei schillernden Girls auf der Bühne, die ihre Show ankündigten: "Ausgehend von unseren heimatlichen schwarzen Wäldern legen wir nun einen wilden Wandertrip durch das musikalische Unterholz hin, vom American Songbook bis hin zu europäischen Wurzeln."

The Shoo-Shoos sind eine sechsköpfige Swing-Comedy-Truppe und seit 2010 deutschlandweit unterwegs. Die drei Freundinnen bestehen aus der extravaganten April, Svanhild gibt eine kühle Norwegerin und Maria zeigt herrlich überzogenes südamerikanisches Temperament. Unterstützt werden sie durch das Musiker-und Komödianten-Team Spikey, Tony und Buddy. Die Charaktere werden dargestellt von: Anna Boethius, Juliane Hollerbach , Dina Salák. Musikalisch begleiten sie Philipp Kailer (Gitarre), Michael Tiefenbeck (Kontrabass) und Beni Reimann (Schlagzeug).

Auf Alemannisch erklingt das humorvolle "Schittli spalte" von Frank Dietsche, auf schwedisch das fröhliche "Tre trallande jäntor" von Gustaf Fröding in dem die drei Mädchen auf der Bühne, ganz wie im Text des Liedes, trällerten, lachten und sangen. Sogar jodeln können die drei. Mit "Hodl-o-uu-dii" erklingt der "Andachtsjodler" aus der Alpenregion. Gekonnt und lustig bringen die Shoo Shoos den Arizona Yodler, mit dem in den 40er Jahren die Sackle Sisters bekannt wurden, indem sie Tierstimmen vom Bauernhof jodelnd imitierten. Herrlich komisch singen sie von Cole Porter "My Heart Belongs To Daddy". Zum traditionellen Spiritual marschieren sie auf der Bühne: "O When The Saints Go Marching In" und wieder zurück zuhause erklingt "O Schwarzwald, o Heimat" .

Das Ensemble ist stolz darauf, alles selber zu produzieren: mit Liebe zum Detail entbanden Story, Dialoge, Arrangements, Kostüme, Licht, Bühnenbild und die Choreografien. Möglichst stilecht, aber doch eigenständig bringen sie Close-Harmony-Gesang mit Geschichten, Kostümen und rasanten Szenenwechseln. Ergebnis sind Swingende Evergreens, Folksongs und musikdramatische Sketche; alle dargeboten von entzückenden und gut ausgebildeten Stimmen.

Und am Ende die Erkenntnis all dieser Gefühlswallungen: "Schön ist die Welt” so hieß einer ihrer Songs. Zumindest an diesem Abend glaubte das gut gelaunte Publikum dies nur zu gerne und applaudierte dementsprechend lange, um gleich mehrere Zugaben zu erhalten. Comedy mit Swing, Glamour mit Charme, Tanz mit Theater und ein wenig Nostalgie.