Entscheidung am Notschrei

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 11. August 2021

Mountainbike

Der Däne Ian Millennium gewinnt drei Etappen des Bike Giro, doch zum dritten Mal holt Simon Stiebjahn den Gesamtsieg.

(BZ). Schon wieder, ließe sich sagen. Schon wieder hat Simon Stiebjahn den Bike Giro gewonnen. Sein nunmehr dritter Gesamtsieg war freilich hart erarbeitet. Die Entscheidung beim Mountainbike-Etappenrennen fiel am dritten Tag am Notschrei in Todtnau.

"Ich habe den Schwarzwald Bike Giro bei der fünften Auflage jetzt zum dritten Mal gewonnen, darüber bin ich sehr glücklich. Ich freue mich jetzt auf ein paar ruhigere Tage", sagt Simon Stiebjahn. Der Mountainbike-Profi aus Langenordnach hat das Vier-Etappen-Mountainbikerennen mit 17 Sekunden Vorsprung vor dem Schweizer Marc Stutzmann gewonnen, Dritter wurde der Däne Ian Millennium mit einem Rückstand von 42 Sekunden auf Sieger Stiebjahn. Nach 256 Kilometern, 7200 Höhenmetern und mehr als zehn Stunden Wettkampfzeit sind das nur Winzigkeiten – sie dokumentieren aber einen hart erkämpften Unterschied.

Der Däne Millennium hatte die erste Etappe in Rothaus gewonnen, Stiebjahns Bulls-Teamkollege Martin Frey wurde zeitgleich mit dem Sieger gestoppt, Stiebjahn lag eine Sekunde und der Schweizer Stutzmann drei Sekunden zurück. Die zweite Etappe über 76 Kilometer (2020 Höhenmeter) führte von Rothaus "in meine Heimat" (Stiebjahn): An den Hochfirst und an die gleichnamige Schanze, dort kennt sich der 31-Jährige bestens aus. "Entsprechend offensiv bin ich gefahren, ich konnte mich aber nicht absetzen." Es kam zum Zielsprint, den Ian Millennium mit zwei Sekunden Vorsprung vor Stiebjahn gewann, Martin Frey wurde 15 Sekunden zurück Dritter und Stutzmann lag eine weitere Sekunde zurück.

Obwohl die zweite Etappe gespickt war mit technisch schwierigen Trail-Passagen, brachte sie keine Vorentscheidung im Kampf um das gelbe Trikot des Gesamtführenden: Millennium führte das Klassement mit drei Sekunden Vorsprung vor Stiebjahn an, Frey lag 16 Sekunden und Stutzmann 20 Sekunden zurück.

Ortswechsel an den Notschrei in Todtnau – dritte Etappe mit 65 Kilometern und 2130 Höhenmetern. "Eine schwierige Etappe, vor allem konditionell", sagt Stiebjahn. Und da passierte es: An einem steilen und schwierigen Anstieg auf losem Untergrund setzten sich Stiebjahn und Stutzmann vom Gesamtführenden aus Dänemark ab. In einem Flachstück mit Gegenwind konnten sich Stiebjahn und Stutzmann abwechseln, während Millennium allein im Wind stand und kämpfte. Es tat sich die entscheidende Lücke von mehr als einer Minute zum Dänen auf. Vinzent Dorn gewann die Etappe mit neun Sekunden Vorsprung vor Stutzmann und Stiebjahn, der Langenordnacher übernahm die Führung in der Gesamtwertung vor Stutzmann (16 Sekunden zurück) und Millennium (59 Sekunden). Zeitabstände, die im Mountainbike nicht viel bedeuten, eine Schwäche oder ein Defekt können jederzeit auftreten.

Finja Lipp fährt in Österreich auf den dritten Platz

Der Notschrei war auch an Tag vier Start- und Zielort. Stiebjahn rechnete auf der Schlussetappe mit 51,6 Kilometern und 1500 Höhenmetern mit den Angriffen seiner Konkurrenten. "Die Teamtaktik von Martin und mir war, dass wir das Grundtempo hochhalten, um ihnen die Attacken so schwer wie möglich zu machen", sagt Stiebjahn. Am letzten Anstieg von Brandenberg hoch zur Todtnauer Hütte versuchten Stutzmann und Millennium, nach vorne wegzuspringen. "Ich konnte aber immer mitgehen", sagt Stiebjahn, der Sieg war ihm nicht mehr zu entreißen. Er gewann vor Stutzmann und Millennium, Vierter wurde Frey.

Das Ziel des Bike Giro erreichten in der Männer-Elite 73 Fahrer. Auf Rang 33: Lars Reiniger (Team Herzlichst Zypern) von der SG Rheinfelden vor Tobias Senn (35./VBC Waldshut-Tiengen). Reinigers Vereinskollege Miron Lipp (Orbea Serpentine Velosport) stieg nach der zweiten Etappe aus.

Die Gesamtwertung bei den Frauen gewann Janine Schneider (Klettgau) – sie hatte die Auftaktetappe gewonnen – mit 6:57 Minuten Vorsprung vor der Südafrikanerin Robyn de Groot, Dritte wurde Chiara Beer aus St. Ingbert. Auf Rang sechs unter 17 gewerteten Fahrerinnen: Miriam Oeschger (Team Herzlichst Zypern) vom RSV Niederhof.

In Österreich unterwegs war derweil Finja Lipp, die Nollinger Nachwuchsfahrerin ging beim Zanzenberg Rennen in Dornbirn auf die Strecke. Nach fünf Runden à drei Kilometern und 120 Höhenmetern erreichte sie in 1:07:22,74 Stunde das Ziel als Dritte der Juniorinnen, den Sieg hatte souverän die Schweizerin Monique Halter (1:01:38,1 Stunde) herausgefahren. Auf Rang zehn der Juniorinnen klassiert: Silja Senn vom VBC Waldshut-Tiengen mit einer Runde Rückstand. Ihr Vereinskollege Lukas Kornberger (Orbea Serpentine Velosport) wurde 46. in der Elite/U-23-Wertung.