In Laufenburg

Entscheidung zum Standort des Endlagers fällt 2022

Charlotte Fröse

Von Charlotte Fröse

Di, 30. November 2021 um 16:14 Uhr

Laufenburg

Regionalkonferenz Jura Ost hat im schweizerischen Laufenburg getagt: Regionale Firmen haben kaum Chancen auf Aufträge beim Bau des Tiefenlagers.

56 von 98 Mitgliedern waren zur Versammlung der Regionalkonferenz Jura Ost in die Stadthalle im schweizerischen Laufenburg gekommen, um sich über das Vorhaben des Tiefenlagers und über die damit verbundenen Chancen und Risiken für die Regionalentwicklung zu informieren. Nächstes Jahr soll die Entscheidung gefällt werden, wo die radioaktiven Abfälle deponiert werden.

Noch ist nicht entschieden, welcher Standort für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle definitiv in Betracht gezogen wird. Langsam wird es jedoch konkreter. Im nächsten Jahr will die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) den Standort bekannt geben.

Pascale Jana Künzi vom Bundesamt für Energie und Oliver Moser, Projektleiter Public Affairs bei der Nagra, informierten anhand von Präsentationen über die Bohrkampagne und zeigten Infos für den Weg zum Rahmenbewilligungsgesuch auf.

Ampeln stehen noch nicht auf Grün

Allerdings ist bisher noch keine Entscheidung gefallen, welcher der drei Standorte für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle das Rennen machen wird. Neben Jura Ost im Raum Bözberg sind noch die zwei weiteren Regionen Nördlich Lägern und Zürich Nordost in der dritten und letzten Etappe des Verfahrens.

2022 will die Nagra den definitiven Standort bekannt geben und wo sie dann ein Rahmenbewilligungsgesuch einzureichen beabsichtigt. Pascale Jana Künzi sagte jedoch, ohne auf einen Standort einzugehen: "Langsam wird es konkret." Noch stünde die Ampel aber noch nicht ganz auf Grün. Das Projekt beinhalte Herausforderungen und Risiken, böte aber auch Chancen, sagte sie. Unter anderem nannte sie eine gewährleistete Transparenz als Chance des Verfahrens.

Noch immer bleibt es also spannend, ob die Region Jura Ost als Standort in Frage kommt. Die Arbeit der Regionalkonferenz Jura Ost – sie vertritt als Partizipationsgremium die Interessen der Region im ganzen Verfahren und gegebenenfalls während der Planungs-, Bau- und Betriebsphase eines geologischen Tiefenlagers – geht jedoch weiter.

Durch das Ausscheiden des Vorstandsmitglieds und Vizepräsidenten René Probst in Folge eines Unfalls wurde Vorstandsmitglied Peter Hirt, Gemeindeammann von Döttingen, zum Vizepräsidenten gewählt. Neu in den Vorstand für den vakanten Vorstandsposten wurde Patrick Zimmermann, Gemeindeammann von Würenlingen, von der Versammlung gewählt. Der Vorstand hält es in Anbetracht zahlreicher Änderungen im Bereich der Gemeindebehörden für sinnvoll, im kommenden Jahr eine Aufstockung des Vorstands in Erwägung zu ziehen. Derzeit besteht das Gremium aus fünf Mitgliedern.

Ueli Müller kündigte an, dass mit Blick auf das Ende der laufenden Legislatur für Gemeindebehörden etliche Mitglieder aus dem Verein ausscheiden werden. Ergänzungswahlen werden nötig sein. Schon jetzt dankte Müller den scheidenden Mitgliedern für ihre Mitwirkung. Daniel Zwicker-Schwarm, Diplom-Verwaltungswissenschafter und Projektleiter an der Uni St. Gallen, ging in seinem Referat auf Impulse für die regionale Wirtschaft und auf die Regionalentwicklung im Zusammenhang mit einem geologischen Tiefenlager ein.

Ausführungen eher ernüchternd

Allerdings waren seine Ausführungen eher ernüchternd. Er bezeichnete mögliche Auftragspotenziale der regionalen Wirtschaft an dem Großprojekt mit eher geringen bis mittleren Chancen. "Nicht jeder wird dabei sein können", sagte er. Potenziale sah er allenfalls im Bereich von Dienstleistungen. Noch seien im Zusammenhang mit Blick auf eine Regionalentwicklung in den Bereichen Planung, Bau und Betrieb eines Tiefenlagers Fragen offen, resümierte Zwicker-Schwarm.

Große Hürden für kleine und mittlere Unternehmen sah er im technischen, finanziellen und fachlichen Bereich, er betonte aber auch, dass ein Blick in die Zukunft schwer sei. Daniel Zwicker-Schwarm kündigte eine neue Studie im Bereich "Tiefenlager und Regionalentwicklung" an. Dabei sollen für Regionalvertreter auch Workshops angeboten werden.