Entspannt in die Mini-Saison

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Do, 16. Juli 2020

Faustball

Der FBC Offenburg bestreitet die veränderte Saison in der Faustball-Bundesliga ohne die eigentlich eingeplanten Brasilianer.

. In der Corona-Krise bleibt fast nichts wie es war. Das gilt auch für die Bundesliga-Faustballer, die eine verkürzte Saison ohne Auf- und Abstieg bestreiten werden. Mit dabei ist der FBC Offenburg, der seine sportlichen Ansprüche und seinen Aufwand aber den Bedingungen angepasst hat. Die Deutsche Faustball-Liga (DFBL) hat sich ein Konzept ausgedacht, das auf eine Mini-Saison in Turnierform hinausläuft. Am 1. August treten die Offenburger zum Spieltag in Waldrennach an. Möglicherweise ist danach die Runde für sie auch schon wieder vorbei.

"Wir haben hin und her überlegt, ob wir überhaupt mitspielen sollen", sagt der Offenburger Teamsprecher Ralf Lilienthal. "Aber wir haben alle Spaß am Sport, wir nutzen die Gelegenheit zu spielen und können befreit da herangehen, zumal es keinerlei Konsequenzen für die Runde 20/21 hat. "

"Für die Runde lohnt sich der

finanzielle Aufwand nicht"

Teamsprecher Ralf Lilienthal
In einer Telefonkonferenz hatte das DFBL-Präsidium Ende Juni ein Not-Programm für den Bundesliga-Spielbetrieb beschlossen. Dazu eine DM-Endrunde in besonderer Form und auch Lösungen für die Wettbewerbe der Junioren und Senioren. "Das Interesse der Mannschaften und Vereine an der Durchführung des Spielbetriebes ist überraschend hoch", sagt DFBL-Präsident Ulrich Meiners. Abstandsregeln könne man im Faustball, abgesehen von wenigen Ausnahmen, problemlos einhalten, so der Faustball-Funktionär.

Der Modus sieht vor, dass die acht Mannschaften der ersten Bundesliga Süd in zwei Gruppen aufgeteilt werden. In einer Turnierform, die auch von der DM-Endrunde bekannt ist, tritt jeder gegen jeden einmal an. Allerdings nur über drei statt über fünf Gewinnsätze. Die ersten drei Teams qualifizieren sich für den zweiten Spieltag, der Vierte scheidet aus und darf seine Saison als beendet betrachten. Bei einem zweiten Turniertag treffen sich dann sechs Mannschaften – je drei aus Süd- und Nordgruppe – , die dann um die Qualifikation für die Endrunde der deutschen Meisterschaft spielen. Die steigt wir ursprünglich geplant beim VfL Kellinghusen in Schleswig-Holstein. Fast alle Bundesligateams haben laut DFBL ihre Teilnahme an diesem Alternativprogramm zugesagt.

Der FBC hat auf die Veränderungen schon reagiert und sportlich etwas abgerüstet. "Wir treten nicht mit jener Mannschaft an, die wir für die Runde eingeplant hatten", so Lilienthal. Eigentlich hätten in diesem Frühjahr zwei Brasilianern ins Offenburger Trikot schlüpfen sollen. "Wir hatten im Winter die Gespräche geführt, es war alles unter Dach und Fach." Doch dann kam die Pandemie mit den bekannten Beschränkungen und Vorschriften. "Wir haben entschieden, für die Minirunde lohnt sich der finanzielle Aufwand nicht", sagt der Offenburger Routinier. Also versuchen sich die FBCler am 1. August ohne externe Verstärkung. Wie steht es angesichts dessen mit der Motivation? "Wir sind seit rund drei Wochen wieder im Training. Es herrscht keine allzu große Euphorie. Wir wollen eigentlich nur Spaß an der Bewegung haben. Wenn sie die Runde komplett abgesagt hätten, wäre es auch nicht schlimm gewesen. So bedeutend sind wir nun nicht", erklärt Lilienthal. Der Offenburger Zweitligist FG Griesheim hat schon erklärt, er werde auf die Teilnahme an der in sportlicher Hinsicht bedeutungslosen Runde verzichten.

Beim ersten Spieltag in Waldrennach treffen die Offenburger auf den TV Schweinfurt-Obernburg, den TSV Calw und den Gastgeber TV Waldrennach. "Grundsätzlich sind wir wohl der Außenseiter in dieser Konstellation", sagt Lilienthal. "Ich gehe nicht mit allzu großen Hoffnungen dahin, dass wir die zweite Runde erreichen. Aber ich habe schon mitgekriegt, dass auch die anderen Mannschaften nicht in voller Besetzung auftauchen wird. Vielleicht erwischen wir einen guten Tag."