Es wird wieder vorgelesen

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Fr, 18. Oktober 2019

Titisee-Neustadt

Beim literarischen Adventskalender vom 1. bis 22. Dezember werden an 22 Abenden 66 Angebote gemacht.

TITISEE-NEUSTADT. Der literarische Adventskalender, in den vergangenen Jahren eine der beliebtesten Veranstaltungen in Neustadt, erlebt seine achte Auflage. Vom 1. bis 22. Dezember bietet er unter dem Motto "Lichterglanz – Bücherzauber: Eine Stadt liest vor" von 17 Uhr an 22 abendfüllende Programme. Täglich wird bewirtet und leitet ein meist musikalisches Vorprogramm zur Lesung im Rathaus über.

Zu verdanken ist die Reihe dem Einsatz von vier Frauen. Christine Leniger, Doris Ruf, Antoinette Krupp und Anngrit Hacker. Sie haben vor zwei Jahren die mangels Organisation vor dem Aus stehende Veranstaltung gerettet und nach den Erfahrungen ihrer Premiere gesagt, sie wollten weitermachen. Gesagt, getan: "Gedanklich" beschäftigen sie sich schon seit September 2018 mit dem Projekt 2019, richtig an die Arbeit ging es dieses Frühjahr. Arbeit ist das richtige Wort, denn auf 500 Stunden kommt das Quartett inzwischen, die letzten Vorbereitungen und die 22 bevorstehenden Abende noch nicht berücksichtigt. Für die Ausrichtung der Abende stellen sich acht Helfer bereit.

Die Arbeit vorstellen kann man sich am besten mit einem Puzzle, dessen Teile man sich besorgen muss. Das sind die Menschen, die mitwirken: die gern für andere aus einem Buch vorlesen, für andere musizieren oder szenisch etwas aufführen, oder die mit Speisen und Getränken zum Gefallen beitragen.

Dabei fand sich das vierköpfige Team in der glücklichen Lage, dass die Nachfrage größer war als der Bedarf, das Vorhaben war also immer gesichert. Unter den Teilnehmern finden sich viele neue Akteure. Schade, aber nicht zu verhindern war, dass all jenen, die sich nicht sofort meldeten, für diesmal abgesagt werden musste. Der Hauptteil der Arbeit war die telefonisch und schriftlich geführte Koordination der Auftritte: Wer kann wann?

Dank des uneigennützigen Engagements der Frauen kann das Budget der Veranstaltung überschaubar gehalten werden. Mit 500 Euro bestreiten sie unter anderem die Leihgebühr für die Gägshütte auf dem Rathausplatz, wo auch der Unterstand aufgestellt wird, sowie laufende Kosten wie Deko-Material oder die Verpflegung für Feuerwehr (Sicherheit) und Bauhof (Aufbauhilfe) oder die Zusatzarbeit der Reinigungskraft. Ein kleiner Betrag war von 2017 übrig, und die Suche nach Gönnern ist im Gang.

"Unsere Stadt liest vor" ist ein Projekt, von dem viele Menschen etwas haben. Die Besucher bekommen vorgelesen, die Programmgestalter können sich beweisen, die Bewirter – Vereine, Schulen, Institutionen – verdienen sich etwas dazu. Und einen Nutzen haben auch bedürftige Menschen im Hochschwarzwald. Denn bei den Lesungen darf gespendet werden, den Erlös stiftet "Lichtglanz und Bücherzauber" wieder für die Aktion Weihnachtswunsch der Badischen Zeitung.

Den Auftakt beim Vorlesen macht am 1. Dezember Bürgermeisterin Meike Folkerts aus dem Buch "Advent im Hochgebirge" von Gunnar Gunnarsson.

Wer mitmacht beim literarischen Adventskalender und wann auftritt, veröffentlichen wir zu einem späteren Zeitpunkt.