Fahrer nach schwerem Unfall in Berlin wieder frei

dpa

Von dpa

Di, 28. Juli 2020

Panorama

Drei Obdachlose und drei Passanten werden verletzt, als ein Geländewagen in eine Menschengruppe rast / Fahrer hatte getrunken.

Nach einem schweren Unfall am Berliner Bahnhof Zoologischer Garten werden drei schwer verletzte Obdachlose weiter in Kliniken behandelt. Der Fahrer eines Geländewagens kam nach seiner Vernehmung wieder auf freien Fuß, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Bei dem Crash am Sonntagmorgen wurden neben den auf der Straße lebenden Männern auch drei Passanten leicht verletzt. Der 24-Jährige hatte beim Abbiegen die Kontrolle über das große Auto verloren und war in die Gruppe gerast. Der Fahrer soll viel zu schnell unterwegs gewesen sein. Der Fall ist inzwischen der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Es werde von einem Unfall ausgegangen. Ermittelt wird wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sowie fahrlässiger Körperverletzung, sagte eine Sprecherin. Zunächst hatte die Polizei Ermittlungen wegen versuchten Totschlags und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen.

Der unverletzte Fahrer war nach dem Unfall zunächst festgenommen worden, noch am Sonntag konnte er aber den Polizeigewahrsam wieder verlassen. Laut Polizei gibt es bislang keine Erkenntnisse, dass der 24-Jährige vom Unfallort flüchten wollte. Es lägen auch keine Hinweise vor, dass er in suizidaler Absicht mit dem Wagen in die Gruppe krachte, so der Sprecher. Dies habe sich aus der Vernehmung des Mannes ergeben. Ein Atemalkoholtest hatte laut Angaben etwa 0,7 Promille ergeben. Der Wagen wurde beschlagnahmt. Dem Mann sei auch Blut abgenommen worden.

Kein Anzeichen für illegales Autorennen

Es gebe keine Hinweise auf eine "Intoxikation durch Betäubungsmittel", hieß es. Auch gebe es keine Hinweise auf eine politische oder religiöse Motivation oder Anzeichen für ein illegales Autorennen. Die Schwerverletzten sollten noch zu dem Unfall befragt werden. Zwei Obdachlose konnten noch nicht identifiziert werden. Bislang waren zwei der Männer wegen ihrer Verletzungen nicht ansprechbar.

Einer von ihnen schwebte laut Polizei am Sonntag in Lebensgefahr, über seinen Zustand wurde am Montag zunächst nichts bekannt. Er war laut Feuerwehr unter dem Fahrzeug eingeklemmt worden und musste nach der Bergung reanimiert werden. Wer laut Strafgesetzbuch den Straßenverkehr gefährdet und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, kann mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe sanktioniert werden.