Kooperation am Batzenberg

Feuerwehr in Schallstadt bildet wieder neue Mitglieder aus

Jannik Jürgens

Von Jannik Jürgens

Do, 22. Oktober 2020 um 07:30 Uhr

Schallstadt

Im Frühjahr wurden die Lehrgänge wegen Corona abgebrochen, nun lernen 30 Feuerwehrleute in Schallstadt die Grundlagen für den Einsatz. Dabei müssen sie strenge Hygieneregeln beachten.

Die Freiwillige Feuerwehr bildet in Schallstadt wieder neue Mitglieder aus. Nachdem die Lehrgänge wegen der Corona-Pandemie gestoppt waren, startete vor etwa zwei Wochen die Grundausbildung für etwa 30 neue Feuerwehrleute. Sie kommen aus Ebringen, Pfaffenweiler, Schallstadt, Au, Bad Krozingen, Ehrenkirchen, Freiburg, Staufen und Wittnau. "Wir sind auf Nachwuchs angewiesen", sagt Kommandant Martin Engler. Der Ausbildungsstopp im Frühjahr habe zu einem Stau geführt.
Deswegen hat sich die Feuerwehr Schallstadt, in Absprache mit dem Landratsamt, entschieden, wieder einen Truppmannlehrgang durchzuführen. Es ist die Grundausbildung für Feuerwehrleute, ohne die sie nicht an Einsätzen teilnehmen dürfen. Die Mehrzahl der Teilnehmer kommt aus den Wehren der "Interkommunalen Zusammenarbeit Batzenberg". 13 neue Feuerwehrleute stammen aus Schallstadt.

Nach jeder Übung wird die Ausrüstung desinfiziert

Normalerweise finden zwei Lehrgänge pro Jahr statt, in diesem Jahr ist es lediglich einer. "Wir nehmen die Hygieneregeln dabei sehr ernst", sagt Kommandant Engler. Etwas anderes könne sich die Wehr mit ihrer Vorbildbildfunktion auch nicht erlauben. Ein Beispiel: Nach jeder Übung seien die Feuerwehrleute etwa 40 Minuten damit beschäftigt, Türgriffe, Schläuche und Fahrzeugsitze zu desinfizieren. Alle Teile der benutzen Ausrüstung werden mit einer chlorhaltigen Lösung behandelt, berichtet Engler. Das stelle einen enormen Aufwand dar.

Dieser Aufwand scheint sich bezahlt zu machen, denn bisher habe es noch keinen Coronafall in der Feuerwehr gegeben. Während der Grundausbildung, die 80 Unterrichtsstunden beinhaltet, dürfen die neuen Feuerwehrleute nicht an Übungen der lokalen Wehren teilnehmen. Dadurch soll ein flächendeckender Ausfall der Feuerwehr vermieden werden, wenn es doch zu einer Infektion kommen sollte. Wenn die Mindestabstände nicht eingehalten werden können, werde auch im Freien Maske getragen. Das sei zum Beispiel beim Antreten der Fall. Vor Beginn des Lehrgangs werde zudem Fieber gemessen. Die Theorieeinheiten werden in der offenen Fahrzeughalle abgehalten.

Mitglieder sollen privaten Feiern fernbleiben

Die Ausbildung wird von ehrenamtlichen Referenten durchgeführt – doppelt so viele sind im Einsatz wie in normalen Zeiten, denn die Gruppen wurden auf acht Personen verkleinert. Ein weiterer Baustein in der Prävention, der ebenfalls peinlichst überwacht werde, sei die regelmäßige Handdesinfektion.

"Wir bitten unsere Mitglieder zudem, privaten Feiern und öffentlichen Veranstaltungen fernzubleiben", sagt Engler. Bis Ende November soll den Teilnehmern nun das Basiswissen rund um die Arbeit in der Feuerwehr vermittelt werden. Neben der Praxis für Löscheinsätze und für die technische Hilfeleistung beinhaltet die Ausbildung auch einen erweiterten Kurs in erster Hilfe und die Ausbildung zum Sprechfunker. Zuschauer werden bei der Abschlussprüfung in diesem Jahr nicht erlaubt sein.

Während der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr wurden die Truppmann-Lehrgänge im Landkreis abgebrochen oder gar nicht erst angefangen. Auch klassische Übungen oder kameradschaftliche Veranstaltungen und Treffen wurden ausgesetzt. Über Wochen trafen sich die Feuerwehrleute nicht. Oberstes Ziel war damals laut Kreisbrandmeister Alexander Widmaier, die Einsatzbereitschaft der Wehren nicht durch eine erhöhte Infektionsgefahr zu gefährden. Der Schallstadter Kommandant Engler betont nun die Wichtigkeit von regelmäßigen Übungen: "Wir müssen das einfach machen." Denn nur so könne die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr gewährleistet werden.