Folter nach dem Schulbesuch

Johannes Dieterich

Von Johannes Dieterich

Fr, 22. November 2019

Ausland

Im Westkamerun haben Lehrer einen Protest initiiert, um sich gegen die frankophone Zentralregierung zu wehren, doch nun läuft der Boykott aus dem Ruder.

Schon allein die Tatsache, dass Henry Mbaku in seinem Büro im presbyterianischen Gymnasium der kamerunischen Provinzstadt Buea sitzt, könnte ihn eine gesalzene Geldstrafe, einen Arm oder gar den Kopf kosten. Denn mit Nichtbefolgern des von ihnen verhängten Schulboykotts pflegen die Kämpfer für ein unabhängiges Ambasonien kurzen Prozess zu machen – Entführung, Erpressung und Verstümmelungen eingeschlossen.

Im Fall Mbaku kommt hinzu, dass in seinem Büro der Text der unter den Sezessionisten verhassten Nationalhymne Kameruns hängt – und dass der Schulleiter seine noch verbliebenen 350 Schüler die Hymne sogar zweimal die Woche singen lässt. Erst an diesem Morgen habe er wieder einen Anruf eines Kommandeurs der "Amba-Boys" erhalten, berichtet Mbaku. Er werde ihn "in Stücke schneiden", wenn er die Schule nicht unverzüglich schließe, habe der Anrufer gedroht.

Dass der Schuldirektor dem "Amba-Boy" die kalte Schulter zeigen kann, liegt vor allem daran, dass das Gymnasium in einem gut bewachten Stadtteil Bueas liegt. 90 Prozent aller Bildungsstätten in den zwei ...

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