Fonds-Mittel fürs Hospiz

Sabine Ehrentreich

Von Sabine Ehrentreich

Fr, 24. Januar 2020

Lörrach

Der Riehle-Fonds, den die Bürgerstiftung verwaltet, hat seinen Stiftungszweck erweitert.

LÖRRACH. Seit gut zwei Jahren gibt es in Lörrach den Riehle-Fonds, der von den beiden Schwestern Margarete und Irmgard Riehle gegründet wurde. Mitinitiatorin ist die Schwägerin Erika Riehle. Das Lörracher Frauenhaus und der Förderverein der Musikschule gehören bereits zu den Begünstigten, jetzt kam als dritte Säule das Hospiz dazu. Aus den Erträgen 2019 bekommt das Hospiz mindestens 2500 Euro, die Förderung soll fortgesetzt werden.

Die Familie Riehle wollte mit dem Vermögen eine Stiftung gründen, sich aber von der Verwaltung entlasten – das übernahm treuhänderisch die Bürgerstiftung Lörrach, die analog auch den Museumsfonds unter ihrem Dach führt. Bei der Bürgerstiftung stellt der Fonds eine getrennte Vermögensmasse dar und wird im Jahresabschluss auch gesondert ausgewiesen, erläuterte Ute Lusche, Vorsitzende der Bürgerstiftung, beim Pressegespräch.

Die Riehles waren vier Geschwister, der jüngste Bruder, Herbert, lebt nicht mehr. Im vergangenen Jahr verstarb auch der zweite Bruder, Gerhard Riehle. Er setzte den Fonds ebenfalls als Erben ein. Der Fonds umfasst an Kapital das Mindestvolumen von 50 000 Euro, außerdem Immobilien und Anteile an Immobilien. Die Mieteinnahmen daraus werden ebenso wie die – zur Zeit niedrigen – Zinseinnahmen aus dem Kapital für die Stiftungszwecke ausgeschüttet. Das sind, erklärte Frank Hovenbitzer von der Bürgerstiftung beim Pressegespräch, zur Zeit jährlich rund 6000 bis 8000 Euro.

Das Frauenhaus kann eine kleine Wohnung nutzen, die dringend gebraucht wird, weil Frauen nach dem Aufenthalt im Frauenhaus meist nur sehr schwer eine Bleibe finden. Auch Geldmittel fließen an die Schutzeinrichtung. Der Förderverein der Musikschule wird ebenfalls von der Familie bedacht. Sie hätte selbst gern ein Instrument erlernt, sagte Irmgard Riehle beim Pressegespräch – es war ihr nicht möglich. Mit Hilfe des Fonds wird anderen Kindern über die finanzielle Hürde hinweg geholfen.

Neu ist die Zuwendung ans Hospiz. Das sind in diesem Jahr zunächst 2500 Euro, es könne aber nach der genauen Abrechnung für 2019 noch etwas hinzukommen, so Frank Hovenbitzer. Diese Förderung soll wie die für die beiden anderen Begünstigten verstetigt werden.

Im stationären Hospiz auf dem Buck wird das Geld gebraucht, weil die Kassen die Kosten nur zu 95 Prozent übernehmen, den Rest muss die gemeinnützige GmbH beschaffen, erläuterte Hospiz-Leiterin Claudia Deichsel beim Pressetermin. Auch die Anschaffung von Geräten oder die Fortbildung der haupt- und ehrenamtlichen Hospiz-Mitarbeiter ist mit dem Pflegesatz nicht abgedeckt. Das Engagement der Familie Riehle nannte Ute Lusche vorbildlich – es könne durchaus Muster sein für andere, die mit ihrem Vermögen ebenfalls Gutes tun wollen.