Kein Alles-oder-Nichts-Spiel gegen das Schlusslicht

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Von hbor

Fr, 20. November 2020

Frauenfussball

Der SC Sand, der zuletzt drei Niederlagen in Folge hinnahm, erwartet am Sonntag den SV Meppen / DFB-Pokalspiel am 6. Dezember.

WILLSTÄTT-SAND (hbor). Mit dem dritten Heimspiel in Folge will der SC Sand am Sonntag (14 Uhr) gegen den Aufsteiger SV Meppen etwas Zählbares einbehalten. Nach den jüngsten Niederlagen zu Hause gegen Essen und Hoffenheim steht der Tabellenzehnte der Frauen-Fußball-Bundesliga gegen das Ligaschlusslicht in der Pflicht.

"Wenn wir dieses Spiel nicht gewinnen, dann müssen wir die Punkte anderweitig holen, was ungleich schwerer werden wird", sagt der sportliche Leiter des Bundesligisten, Sascha Reiß. Aufgrund des jüngsten Auftritts gegen die TSG Hoffenheim glaubt Reiß allerdings fest an einen Heimsieg. "Die Leistung gegen Hoffenheim hätte gegen viele Gegner für einen Sieg gereicht. Wenn wir gegen Meppen gewinnen, stehen wir mit neun Punkten ganz passabel da." Ein Spieltag später – der allerdings wegen des DFB-Pokals und der Länderspiele erst Mitte Dezember stattfindet – endet die Hinrunde für den SCS bei Bayer 04 Leverkusen.

Die Sander Trainerin Nora Häuptle will ihre Mannschaft nicht mit dem Druck eines "Alles-oder-Nichts"-Spieles aufs Feld schicken. "Ich hänge diese Partie nicht so hoch", sagte Häuptle nach der enttäuschenden Niederlage gegen Hoffenheim auf die Meppen-Begegnung angesprochen. Vielmehr geht es darum, endlich die Schwächen bei Standards des Gegners abzustellen, mit denen sich der SCS Woche für Woche um den verdienten Lohn bringt. Mit einer ähnlichen Leistung wie zuletzt in der zweiten Halbzeit gegen Essen oder über 70 Minuten hinweg gegen Hoffenheim, dürfte im dritten Heimspiel in Folge der erste Dreier für die Sanderinnen greifbar sein.

Der SV Meppen hat bisher zwar noch keine Partie gewonnen und kommt mit lediglich zwei Zählern auf dem Konto in den Süden der Republik gereist, ist aber aufgrund seiner Situation nicht zu unterschätzen. Das Team aus dem hohen Norden steht mit dem Rücken zur Wand und nur ein Sieg im Kühnmatt-Stadion hilft dem Aufsteiger weiter. Dann würde der Abstand zwischen den beiden Kontrahenten nur noch einen Punkt betragen. Das will der Bundesligist aus dem Hanauerland unbedingt verhindern, um sich auch in der kommenden Saison so bezeichnen zu können.

Denn beim SCS gehen die Planungen eindeutig in diese Richtung. Anfang Dezember wird eine Vollzeit-Physio-Stelle besetzt werden und zum 1. Januar hat der SCS eine Vollzeit-Stelle als Co-Trainer mit Schwerpunkt Videoanalyse ausgeschrieben. Die Weichen im operativen Bereich sind damit voll auf Bundesliga gestellt. Ein Heimsieg am Sonntag gegen Meppen würden Sascha Reiß und Manager Gerald Jungmann bezüglich dessen auch beruhigter in die Länderspielpause gehen lassen.

Der Auftritt der Sanderinnen in der zweiten Runde des DFB-Pokals soll am 6. Dezember nachgeholt werden. Die Partie beim saarländischen Regionalligisten SV Göttelborn hätte eigentlich am 31. Oktober ausgetragen werden sollen, musste aber wegen eines Corona-Falls im Sander Team abgesetzt werden. Im Fall eines Sieges träte der SCS im Achtelfinale beim 1. FFC Turbine Potsdam an. Dessen Termin steht noch nicht fest. Die anderen Partien des Achtelfinales werden an jenem Wochenende des 5./6. Dezember ausgetragen.