Gänsehautmomente bei Kerzenschein

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Do, 12. Dezember 2019

Merdingen

Der Merdinger Musikverein stimmt beim stimmungsvollen Kirchenkonzert auf eine besinnliche Weihnachtszeit ein.

MERDINGEN. Mit einem bewegenden und stimmungsvollen Kirchenkonzert stimmte der Merdinger Musikverein die Konzertbesucher auf eine besinnliche Weihnachtszeit ein. Zum Gelingen des Abends trugen zudem die Spielgemeinschaft der Jugendkapellen Merdingen und Waltershofen sowie der Grundschulchor bei.

Sehr gut besucht war die eindrucksvolle Barockkirche Sankt Remigius am zweiten Advent, an dem traditionell alle zwei Jahre das Jahreskonzert des Merdinger Musikvereins als Kirchenkonzert stattfindet. Erwartungsfroh genossen die rund 280 Besucher die heimelige Atmosphäre im Kerzenschein in froher Erwartung eines beeindruckenden Konzerterlebnisses. Pfarrer Albert Lehmann lud die Gäste dazu ein, im Advent, der Zeit der Stille, einfach mal zu lauschen. Und auf sich zu schauen, um zwischen den Höhen und Tiefen des Alltags auch das Wunder des Lebens zu erkennen.

Entsprechend besinnlich und getragen fing auch die gemeinsame Jugendkapelle aus Merdingen und Waltershofen unter Leitung von Gwendolin Hofert mit dem "Arioso" von Johann Sebastian Bach an. Doch schon im nächsten Stück wurden die jungen Musiker mit dem laut Moderation "Anti-Kuppel-Song" "Can’t help falling in love" von Elvis Presley flotter und fröhlicher. Richtig gute Laune verbreitete anschließend der Grundschulchor mit seinen drei von der Jugendkapelle begleiteten Lieder. Unter anderem erklang das spanische "Gatatumba" und das aus der Schweiz stammende "Zünde ein Lichtlein an". In ihrer furiosen Zugabe spielten die jungen Musiker noch das Lied von der "Tochter Zion", der Text hierzu war zum Mitsingen im Programmheft abgedruckt.

Mit der anfangs ruhigen, später kraftvoll bewegenden Jupiter-Hymne aus dem vierten Satz der Planetensuite von Gustav Holst begann im Anschluss das gut einstündige Konzert der großen Merdinger Kapelle unter Leitung von Thomas Dorer. War der Anfang schon sehr beeindruckend, setzten die Musiker mit Vivaldis Konzert für zwei Trompeten gleich noch einen drauf. Herausragend in einem sehr konzentriert spielenden Orchester waren hier die Solo-Trompeter Johannes Sondermann und Martin Leupolz. Zumindest musikalisch auf eine einsame Insel entführt wurden die Besucher anschließend mit dem Titelthema aus dem im Jahr 2000 sehr erfolgreichen Film "Cast away", bevor das Saxophonensemble Bachs "Air" von der Empore aus erklingen ließ.

Einfach nur zum Wegträumen und bewegend schön war anschließend die Blasmusikversion von Bette Midlers Filmsong "The Rose", der dem Leben der legendären Sängerin Janis Joplin gewidmet war. Ein echter Gänsehautmoment, als zum Finale hin das ganze Orchester einsetzte, als Solistin am Tenorsaxophon war Gabi Link zu hören. Filigraner und doch meisterlich auf der Empore von Klarinettenensemble vorgetragen war dann Mozarts Serenade aus die "Kleine Nachtmusik". Sich stetig steigernd und am Ende vor Kraft strotzend den Raum füllend war nun noch das Amen von Paul Stanek, das vorläufige Ende des Konzertprogramms.

Doch das begeisterte Publikum war noch nicht zufrieden und forderte durch reichlich Beifall die Zugaben ein. Nochmal zum Träumen lud nun das "Ave Maria Glöcklein" von Franz Xaver Engelhardt ein, bevor nach einigen Ausschnitten aus der "Polish Christmas Music" das Konzert wirklich zu Ende war.

Anschließend gab es noch einen kleinen Empfang mit Vereinsehrungen im Bürgersaal.