Tulpenbaumallee

Gemeinderat gibt Okay für Hieber-Anbau in Bad Krozingen

Sophia Hesser

Von Sophia Hesser

Di, 30. April 2019 um 19:05 Uhr

Wirtschaft (regional)

Der Supermarkt Hieber am Ortseingang von Bad Krozingen soll erweitert werden. Außerdem sollen ein Fitnessstudio und Ärzte unterkommen. Hieber verspricht Innenstadt-Lädele zu halten.

Der Gemeinderat beschloss am Montagabend die zweite Änderung des Bebauungsplanes "Gewerbegebiet an der L123" und der örtlichen Bauvorschriften. Und gab damit den Bauplänen Hiebers sein Okay.

Mehr Verkaufsfläche, ein erweiterter Gastrobereich, ein Sushi-Stand und eine Unverpackt-Station sollen laut Supermarkt-Inhaber Dieter Hieber her. Außerdem ein Anbau mit 2000 Quadratmeter für Lager und Drive-In-Abholstation, weiteren 2000 Quadratmeter darüber für ein Rückgrat-Fitnessloft und 1200 Quadratmeter für Ärzte. Die Flächen will Hieber vermieten. Außerdem will er 150 Parkplätze schaffen auf grüner Wiese an der Freiburger Straße.

Ärzte

Welche Praxen sich für den Neubau interessierten, wollte Bürgermeister Volker Kieber auf Nachfrage der CDU nicht sagen. "Es ist aber unproblematisch für die Ärzte in Bad Krozingen." Es sei vielmehr eine Möglichkeit, das Angebot zu erweitern. Die Standorte in der Innenstadt würden erhalten bleiben. Martin Cammerer (FDP) sorgte sich jedoch um die Ansiedlung bei Hieber: "Die Innenstadt soll lebenswert bleiben."

Gerade weil Ärzte einziehen sollen, gab Corina Quartier (Grüne) zu bedenken, den öffentlichen Nahverkehr mit einzuplanen, damit ältere Menschen das geplante Ärztehaus, wie Hieber es nennt, gut erreichen könnten. Außerdem solle die Fahrraderreichbarkeit gegeben sein und der Radweg ausgebaut werden.

Parkplätze

Warum Hieber keine Tiefgarage einplane, wollte Elke Fritsch (KBF) wissen. Das müsse dazugehören, wenn so intensiv gebaut werde, zumal man Versickerungsflächen brauche. Die Investition in eine Tiefgarage stehe in keiner Relation, erklärte Kieber.

Und auch ein Parkdeck, das von mehreren Räten vorgeschlagen wurde, lehne Hieber aus wirtschaftlichen Gründen ab. Noch offen scheint die von Matthias Schmidt (SPD) gestellte Frage nach den wegfallenden "offiziellen" Park-and-Ride-Parkplätzen zu sein, die durch die Hieber-Erweiterung wegfallen.

"Lädele" in der Innenstadt

In Gesprächen habe Hieber den Erhält des "Lädele" in der Innenstadt zugesichert, erklärte der Bürgermeister. "Es sind ja noch Jahre, die der Vertrag läuft." Doch Kieber erklärte auch, dass der Markt nicht wirtschaftlich sei und vom großen Supermarkt an der Tulpenbaumallee kofinanziert werde.

Hieber hatte Ende 2011 den großen Markt in Bad Krozingen eröffnet. Ein Jahr später das "Lädele". Dass Hieber den kleinen Edeka-Markt weiterbetreibt, war die Bedingung des Rathauses für die Ansiedlung des großen Hieber-Marktes. Die Anregung von Rat Martin Cammerer, sich diese erneute Zusage von Hieber, den Markt zu halten, schriftlich geben zu lassen, lehnte Kieber aus rechtlichen Gründen ab. Das sei nicht zulässig. "Ich bin sicher, dass Hieber sich daran hält", erklärte er.

Abstimmung des Gemeinderats

Die FDP stimmte gegen die Änderung des Bebauungsplans. Sie hatten zuvor Bedenken geäußert, dass das Entré von Bad Krozingen unter den Plänen leiden würde. Man habe die Fläche anders gestalten wollen. Alle vier Räte der FDP stimmten Nein, ebenso wie Elke Fritsch vom KBF.