Kandidaten persönlich

Gerhard Zickenheiner: Er will für seine Pläne 100 Jahre alt werden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 16. August 2017 um 17:48 Uhr

Kreis Lörrach

Bundestagskandidaten aus dem Wahlkreis Lörrach-Müllheim stehen der BZ Rede und Antwort. Gerhard Zickenheiner tritt für die Grünen an. Wie ist er zur Politik gekommen?

Gerhard Zickenheiner (56) ist der Bundestagskandidat der Grünen. Der Architekt und Regionalentwickler ist ein klassischer Quereinsteiger in die Politik, baut da nicht zuletzt auf seine praktischen Erfahrungen und sagt, Politik ist "die Kunst, aus dem Diskurs heraus konsensorientiert die Zukunft zu gestalten".

Politik begeistert mich, weil ich ...
gerne gestalte.

Politisiert hat mich ...
der Widerspruch zwischen politischen Entwicklungen und meiner persönlichen Überzeugung – früher die Atomkraftdiskussion, später die Fehlentwicklung in der Landwirtschaft und dann das Unvermögen der letzten Regierungen, die Energiewende umzusetzen. Jetzt will ich für meine Ziele im Bund einstehen.

Es ist ein Vorurteil, dass Politiker...
Politiker allesamt Theoretiker sind. Ich bringe 30 Jahre Praxiswissen im Bauwesen und regionaler Entwicklung ein.

In den Bundestag will ich, um...
die Region zu vertreten. Drei Themen bilden dabei einen Schwerpunkt: klimagerechte Energie- und Verkehrswende, lebenswerte Städte und Dörfer mit günstigem Wohnraum, eine Agrarwende, die regionaler, gesunder Produktion den Vorzug gibt. Zudem stehe ich für soziale Sicherung und Chancengleichheit.

Wenn es nicht klappt, dann ...
dann klappt es nächstes Mal, an meinen Themen bleibe ich eh dran.

Nennen Sie einen Grund, warum Wähler Sie wählen sollten ...
Weil die Grünen als Korrektiv für CDU oder SPD, zum Beispiel in Sachen Klima, unerlässlich sind. Die Zweitstimmen für die Grünen bringen mich mit meinem sehr guten Listenplatz in den Bundestag.

Die Bezahlung von Bundestagsabgeordneten halte ich für ...
halte ich für fair. Ein Abgeordneter ist quasi immer in Abrufbereitschaft. Meine Wahrnehmung bezüglich der Abgeordneten, die ich kenne: Es ist ein 200-Prozent-Job, der wenig Zeit für Privates lässt.

Mein wichtigstes Utensil im Wahlkampf ist...
mein Handy und dessen Ladegerät.

Besonders gut an mir gefällt mir, ...
meine Neugier und meine unbedingte Begeisterung als Basis für die Zielstrebigkeit, wenn ich etwas erreichen will.

Frustrierend finde ich,...
die vielen Hassposts auf Facebook und das Wissen, dass ich nur mit einem sehr kleinen Teil dieser Menschen jemals in ein Gespräch kommen werde.

Mein Lieblingsort im Wahlkreis ist ...
meine Apfelweide, der Lörracher Marktplatz, der Belchen. Ich wähle je nach Stimmung aus.

Ein Freund darf mich kritisieren, weil ...
mir die Kritik von jemandem, der mich gut kennt, wertvoll ist. Ich bin froh um die Außenperspektive von Freunden.

Mit einer Million Euro würde ich ...
ich eine kleine Stiftung starten und aus meiner langen Liste der noch offenen Projektideen eines aufleben lassen, zum Beispiel die Realisierung eines Startup-Centers mit Gründungskapital für Kleinunternehmer.

Wenn ich noch einmal 20 Jahre alt wäre, würde ich ...
wieder ein Studium abbrechen, wenn’s nicht zu mir passt, in einer Bar jobben, in der ich mit Gleichaltrigen Zukunftspläne schmiede, Feuerspucken lernen, verrückte Fahrzeuge bauen, viel reisen. Also mit Ausnahmen das, was ich getan habe.

Die für mich wichtigste Erkenntnis des vergangenen Jahres war:
Ich möchte in den Bundestag!

Ich starte in den Tag ...
mit Milchkaffee, Honig- und Marmeladenbrot mit Zeitungen, dabei den Obststeller für meine große Liebe nicht vergessen.

Entspannen kann ich am besten ...
auf dem Land bei unseren Schafen und Ziegen.

Ich will im Leben unbedingt noch...
100 Jahre alt werden. Ich habe noch sehr viel vor.

Wenn ich mit einem meiner Mitbewerber um das Direktmandat essen gehen muss, dann mit ...
Herrn Fuhl, ungern zwar, aber da besteht der mit Abstand größte Diskussionsbedarf. Mit allen andern mit Vergnügen.

Am Morgen des 24. September 2017 werde ich ...
wahrscheinlich ziemlich müde sein, seit langem zum ersten mal wieder joggen gehen, ausgedehnt frühstücken, Zeit nehmen für meine Frau, die sehr zurückstecken muss im Wahlkampf.

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