"Realer Irrsinn"

Am Radweg an der Eschholzstraße steht den Radlern eine Ampel im Weg

David Umhauer

Von David Umhauer

Do, 04. Juli 2019 um 13:00 Uhr

Haslach

Er ist eigentlich ein Fall für die Satiresendung Extra 3: der Radweg an der Freiburger Eschholzstraße. Erst sorgte ein Hochbordstein für Gefahr, nun steht eine Ampel mitten im Weg.

Der Radweg auf der Eschholzstraße Richtung Norden ist kurz vor der Einmündung in die Arne-Torgersen-Straße ins Neubaugebiet Gutleutmatten neu gestaltet worden. Der erst 2015 eingebaute Hochbordstein zwischen dem Rad- und Fußweg als Dauer-Gefahrenstelle ist dabei entfernt worden, allerdings sorgt nun ein Ampelmast dafür, dass Radfahrer abbremsen und auf einen gemeinsamen Rad- und Fußgängerweg ausweichen müssen. Das Garten- und Tiefbauamt sieht darin dennoch eine grundlegende Verbesserung.

"Die Behörde hat reagiert. Der Rad- und Fußgängerweg kann nun gefahrlos passiert werden", teilt BZ-Leser Stefan Saam per Mail im Hinblick auf die oben beschriebene Gefahrenstelle auf der Eschholzstraße mit. Diese Stelle hat eine längere Vorgeschichte, über die die BZ bereits mehrfach berichtet hat.

Bordstein sorgte immer wieder für schwere Stürze von Radfahrern

Im Herbst 2015 wurde im Zuge der Erschließung des Neubaugebiets Gutleutmatten auf einem Teilstück der Radweg abgesenkt und zwischen dem Rad- und Fußgängerweg ein Hochbordstein gesetzt. Im Bereich davor sind Fuß- und Radweg niveaugleich. Da der Bordstein sich für Radfahrerinnen und Radfahrer nur schwer erkennbar zwischen den beiden Wegen erhob, gab es immer wieder Stürze. Nach kurzer Zeit und einem auf die Gefahrensituation hinweisenden BZ-Bericht bestückte das Garten- und Tiefbauamt den Bordstein im November 2015 mit 20 reflektierende Warn-Schildchen auf dem Bordstein, zudem wurde eine Farbmarkierung angebracht.

Dieser Zustand hielt an, bis vor kurzem begonnen wurde, die komplette Stelle neu zu gestalten, indem Rad- und Fußgängerweg eingeebnet wurden. Allerdings sei dadurch eine neue Gefahrenstelle entstanden, wie ein regelmäßiger Nutzer der Strecke, der sich an die Redaktion gewandt hat, bemängelt. Weil ein Ampelmast mitten auf dem Weg montiert wurde, wird der Radweg nun rechts an der Ampel vorbeigeführt und für diesen Abschnitt mit dem Fußweg zusammengelegt. Das sei erst recht unfallträchtig.

Ampelmast muss zwingend links des Radwegs stehen

Laut Bettina Birk, Sprecherin der Stadtverwaltung, sei die Aufstellung der Ampelanlage notwendig gewesen, um einen sicheren Kreuzungsverkehr zu gewährleisten. Dabei müsse der Ampelmast zwingend links des Radwegs stehen, da ansonsten das Rotlicht auch für Radfahrerinnen und Radfahrer gelte. "Wegen vorhandener Leitungen im Untergrund konnte der Ampelmast allerdings nicht ganz so nah an den Fahrbahnrand gesetzt werden, wie dies eigentlich wünschenswert gewesen wäre", so Birk. Eine Gefahrenstelle sehe das Garten- und Tiefbauamt in der aktuellen Situation nicht: "Auch an der Einengung sind die Mindestmaße für einen gemeinsamen Rad-/ Fußweg eingehalten." Dass der Hochbordstein entfalle, sei "eine Verbesserung für die Sicherheit des Radverkehrs". Stürze seit der Neugestaltung seien bisher weder Stadt noch Polizei bekannt.