Eishockey

Helios-Arena der Wild Wings soll trotz Coronavirus umgebaut werden

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Fr, 20. März 2020 um 20:24 Uhr

Schwenningen Wild Wings

Die Heliosarena soll trotz Coronavirus nach Ostern für die neue DEL-Saison umgebaut werden

Dem Coronavirus zum Trotz, soll die Schweninger Helios-Arena, Heimstatt der Schwenninger Wild Wings, zur neuen DEL-Saison umgebaut werden. Momentan hat man sogar einen kleinen Zeitvorteil. Aber Architekt Uwe Schlenker weiß, dass angesichts der Corona-Krise derzeit alles schwer planbar ist. Da nicht nur die DEL-Playoffrunde der Eishockey-Profiklubs abgesagt wurde – davon waren die Wild Wings als DEL-Letzter bekanntlich nicht betroffen – sondern auch sämtliche Nachwuchsspiele der Saison wegen des Coronavirus abgeblasen wurden, war auch klar, dass die Schwenninger U 20 die Aufstiegsspiele in die DNL II nicht mehr würde bestreiten können.

"Bis zum ersten öffentlichen Eistraining der Wild Wings für die neue DEL-Saison soll der Umbau fertig sein" Uwe Schlenker

Diese Spiele hätten noch bis Ende März gedauert. So konnte die Eisfläche in der Helios-Arena bereits abgetaut werden. "Wir konnten schon mit dem Rückbau der Bande beginnen", berichtet Architekt Uwe Schlenker. Die Planung stehe, nach Ostern, am 14. April, soll mit dem Umbau des Stadions begonnen werden. "Bis zum ersten öffentlichen Eistraining der Wild Wings für die neue DEL-Saison soll der Umbau fertig sein", so Schlenker. "Es gibt aber derzeit wegen Corona nirgends Normalität. Deswegen kann auch niemand sagen, wann tatsächlich das erste öffentliche Eistraining stattfinden wird."

Geplant ist der erste Eiskontakt für Anfang August. Wild-Wings-Trainer Niklas Sundblad will das Trockentraining der Spieler in Schwenningen bereits am 13. April starten. Dann soll zweimal pro Woche auf Bahn zwei, die dieses Jahr erstmals gar nicht abgetaut werden soll, trainiert werden. Mit diesem Termin dürfte es aber wohl nichts werden. Denn die Schulen und auch die Sportstätten in der Doppelstadt sind bis zum 19. April geschlossen.

Kabel aus China könnten problematisch sein

"Falls dann der Schulbetrieb tatsächlich wieder aufgenommen wird, könnte ich mir vorstellen, dass auch die Sportstätten wieder in Betrieb genommen werden", so Architekt Uwe Schlenker, "denn es gibt an den Schulen ja auch beispielsweise Sport-Leistungskurse, die die Sportstätten dann brauchen." Der Schwenninger ist nicht nur Architekt, sondern auch Jugendleiter beim SERC. Ein Problem beim geplanten Stadionumbau könnten aber fehlende Materialien werden. "Zement, Beton und Stahl sind kein Problem. Auch wenn es die Fliesen aus Italien eben nicht gibt, kann man ausweichen", so Schlenker, problematischer könnte es bei Kabeln aus China werden.

Die durch den Coronavirus bedingten Mindestabstände der Arbeiter auf der Baustelle seien zudem schwer einzuhalten. "Wenn zusammen was getragen werden muss, muss man zusammenrücken, oder wenn einer bohrt und der andere hält fest, dann muss man da nahe beieinander sein", weiß Schlenker. Allerdings sei die Helios-Arena ein großes Gebäude, in dem man sich nicht auf den Füßen stehen müsse. Rund 20 Gewerke seien an dem Umbau beteiligt. Dies aber zu unterschiedlichen Zeiten. Schlenker schätzt, dass nie mehr als 20 Arbeiter gleichzeitig auf der Baustelle sein werden. Als einziges Stadion in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wird das Schwenninger Stadion künftig die Maße der besten Liga der Welt, der nordamerikanischen National Hockey League (NHL), haben.

Wild Wings erhoffen sich mehr Zuschauereinnahmen

Die Eisfläche wird von aktuell 30 Meter auf dann nur noch 26 Meter Breite verkleinert. Dies macht das Eishockey körperbetonter, intensiver und rasanter. Anders als jetzt, wo es rund 4400 Stehplätze und 1800 Sitzplätze gibt, wird es künftig 2700 Sitzplätze und nur noch 2500 Stehplätze geben. Die Gesamtkapazität der Helios-Arena wird von 6215 auf rund 5200 Plätze verkleinert. Die Wild Wings GmbH erhofft sich durch die Erhöhung der Sitzplatzkapazität deutlich mehr Zuschauereinnahmen. Oberhalb der Stehplatzkurve, beziehungsweise der bisherigen Stehplatzgeraden, die komplett in Sitzplätze umgewandelt wird, werden fünf Logen errichtet.