HINTERGRUND

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Von dpa

Sa, 16. Mai 2020

1. Bundesliga

Eine ganz neue Situation für alle Fußballfans

Eingefleischte Fans können sich mit dem Notbetrieb ohne Zuschauer in der ersten und zweiten Bundesliga nicht anfreunden. Sie sehen bestenfalls die wirtschaftlichen Zwänge der Clubs. Am Mittwoch veröffentlichten die "United Supporters of Europe" einen Aufruf von Hunderten Gruppierungen, unterzeichnet auch von 20 Ultra-Clubs aus Deutschland: "Nein zum Fußball ohne Fans!" Weiter heißt es: "Wir bitten die Europäische Fußball-Union und die nationalen Verbände ausdrücklich darum, den Stopp der Fußball-Wettbewerbe aufrechtzuerhalten, bis volle Stadien wieder ungefährlich für die öffentliche Gesundheit sind." Der Fan-Experte und Sportwissenschaftler Harald Lange von der Universität Würzburg sagte der Heilbronner Stimme: "Der Imageschaden ist nach der Diskussion der vergangenen Tage enorm, und es besteht tatsächlich die Gefahr, dass dem Fußball die Fan-Basis wegbricht."

 Eine akustische Simulation von Stadionatmosphäre während des Spiels, zum Beispiel in Form eines Klangteppichs oder von Fan-Jubel bei Toren, ist laut DFL untersagt. Genehmigt ist nur das Einspielen von Tor- und Einlaufmusik – und mit der Fanszene besprochene Aktionen wie Pappkameraden und Fanbanner, die unter Einhaltung des Hygienekonzepts aufgestellt oder ausgelegt werden. Sig Zelt, Sprecher des Bündnisses "ProFans", findet so etwas "furchtbar: Damit wird dem Fußball der letzte Rest an Authentizität genommen." Eine Münchner IT-GmbH sammelt dennoch per App (MeinApplaus.de) Klatschen und Jubel der Fans digital ein. Dabei ist es gar nicht erlaubt, diese Geräuschkulisse per Stadionlautsprecher zu übertragen.