Ich würde gerne öfter die weibliche Sichtweise dargestellt sehen

Berthold Noeske

Von Berthold Noeske (Freiburg)

Mo, 23. März 2020

Leserbriefe

Anlässlich des Frauentages kamen in der BZ auf fast jeder Seite Frauen zu Wort. Gerne würde ich aber auch in den täglichen Ausgaben bei den Leitartikeln, Analysen, Tagesspiegeln und so weiter öfter die weibliche Sichtweise dargestellt sehen. Ich habe mir die Zeitungen ab 2. Januar bis 7. März 2020 vorgenommen, um zu sehen, wie weiblich die BZ ist, und eine Strichliste gefertigt. Bei den 56 Ausgaben waren für den Tagesspiegel 51 männliche Autoren und fünf weibliche Autorinnen tätig. Beim "Unterm Strich" war das Verhältnis 44 zu 12. Auf der vierten Seite ergab die Zählung beim Leitartikel 40 zu fünf, und die Analysen verteilten sich auf 55 zu sieben. Auffallend ist auch die Auswahl der Gastbeiträge. Abgesehen davon, dass die zehn Beiträge von Männern verfasst waren, sind es überwiegend die gleichen Personen, die schon seit Jahren diese Spalte füllen. Sollte es wirklich keine Autorinnen für Gastbeiträge geben? Eine klein wenig bessere Bilanz zeigt das "Münstereck" auf der Freiburg-Seite: 39 Beiträge von Journalisten und 15 von Journalistinnen. Schreibt die BZ vornehmlich für Männer, weil – so mein Eindruck – überwiegend Männer Leserbriefe schreiben? Vielleicht sollte die BZ Vorbild werden und damit Frauen mehr Mut machen, sich öfter öffentlich zu äußern. Berthold Noeske, Freiburg