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Reanimationskurs am THG

Jeder kann Leben retten

  • Larissa Niesler & Klasse 8a

  • Di, 26. Mai 2020, 20:41 Uhr
    Schülertexte

Am Freiburger Theodor-Heuss-Gymnasium, kurz THG, lernen die Schüler, einen Menschen wiederzubeleben. Ein Bericht von Larissa Niesler aus der Klasse 8a des Freiburger THGs.

An Dummys lässt sich die Reanimation üben.   | Foto: Wolfgang Kumm
An Dummys lässt sich die Reanimation üben. Foto: Wolfgang Kumm
In jeder Klasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums der Klassenstufen sechs bis zehn wird ein Team von zwei bis drei Schüler zu Mentoren ausgebildet. Diese haben dann die Aufgabe, der restlichen Klasse das Reanimieren beizubringen. Jedes Jahr wird einem Mentoren-Team pro Klasse gezeigt, wie man richtig eine Herz-Lungen-Wiederbelebung an Reanimations-Dummys durchführt, damit diese nie aus der Übung kommen. Innerhalb eines Jahres muss das Team dann die Reanimationsübung mit seiner Klasse durchführen. Für die ganze Übung braucht man 90 Minuten Zeit. Die erste halbe Stunde wird für die Vorbereiten und zur Einführung benötigt. Ab da sind die Schüler selber tätig und haben jeweils fünf Minuten Zeit, um eine Station zu machen. Es gibt insgesamt acht Stationen, vier Stationen mit Erwachsenen-Dummys, eine Station mit einem AED (Automatischer externer Defibrillator), eine Station mit einem Baby-Dummy, eine Station mit einem (Grundschul-)Kind-Dummy und eine Station zum Üben der stabilen Seitenlage.

Besonders wichtig ist, dass man bei den Erwachsenen-Dummys die fünf Minuten zu zweit durchhält, um es im Ernstfall auch zu können. In Deutschland braucht ein Rettungswagen zwischen sieben und auf dem Land auch bis zu 15 Minuten oder länger zur Einsatzstelle, was bedeutet, dass der Ersthelfer es so lange durchhalten sollte, damit es zu weniger Schäden an der betroffenen Person kommt. Denn schon nach fünf Minuten Sauerstoffmangel erleidet die betroffene Person bleibende Hirnschäden. Bei längerem Sauerstoffmangel kann es zu Hirnschäden wie Sprachverlust oder Verminderung des Sprachverständnisses führen, auch die körperliche Leistungsfähigkeit leidet unter einem Sauerstoffmangel. 2015 wurden nur 20 Prozent aller, die einen Herzstillstand erlitten, von Ersthelfern ohne ärztliche Ausbildung reanimiert, damit lag Deutschland auf dem vorletzten Platz von 28 untersuchten Ländern.

Aber wie verhält man sich bei einem Notfall? Und woher weiß man, ob eine Herz-Lungen-Wiederbelegung durchgeführt werden muss? Zuerst muss man die Situation erfassen. Um zu testen, ob die Person bei Bewusstsein ist, sollte man diese laut ansprechen. Falls keine Reaktion vorhanden ist, kann man die Person auch in die Nase kneifen, jedoch sollte man den Betroffenen niemals schütteln, da das zu Verletzungen der Halsgefäße und der Halswirbelsäule führen kann. Ist keine Reaktion vorhanden, muss man die Atmung überprüfen, indem man das Ohr über den Mund hebt und dabei hört, ob die Person atmet, es fühlt und am Brustkorb. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Kopf überstreckt wird, die Atemwege überprüft werden, ob sie frei sind und nichts im Mund steckt. Ist keine Atmung vorhanden (Eine Schnappatmung oder ein Röcheln wird als Atemstillstand gewertet!), sollte man sofort mit der Reanimation beginnen.

Bei Erwachsenen werden zuerst 30 Herzdruckmassagen und danach zwei Beatmungen empfohlen. Dies soll man dann fortlaufend wiederholen. Bei Kindern und Babys sollte man mit fünf Beatmungen anfangen, da dies öfter schon reicht um den Herzkreislauf zu aktivieren. Sollte dies nicht der Fall sein, geht man in 15 Thoraxkompressionen (Herzdruckmassagen) und zwei Beatmungen im Wechsel über. Falls ein AED in der Nähe ist, sollte man diesen anschließen. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung sollte hierbei nicht unterbrochen werden. Um den richtigen Takt beim Reanimieren halten zu können, kann es hilfreich sein, ein Lied abzuspielen, passend ist zum Beispiel Stayin’ Alive. Außerdem sollte klar sein, niemand muss eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen, wenn er dies nicht will.

Und am THG wird allen Schülerinnen und Schülern beigebracht zu reanimieren: Denn was ist schon ein Kurs von etwa zwei Stunden, wenn man dafür anderen Menschen das Leben retten kann?

Ressort: Schülertexte

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