Mountainbike

Kirchzarten bangt um den Ultrabike-Start im Juli

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Mo, 03. Mai 2021 um 08:07 Uhr

Mountainbike

Erst das Auerhuhn, jetzt die Corona-Pandemie: Ob dem Kirchzartener "Ultrabike" dieses Jahr der Neustart gelingt, ist ungewiss. Ein Hygienekonzept soll den Breitensport-Klassiker ermöglichen.

Sie treten mit Maximalkraft in die Pedale, geben alles bei Wind und Wetter, in Staub oder Matsch. Wer Mountainbiker fragt, warum sie sich auf groben Stollenreifen vermeintlich quälen, blickt auch nach härtesten Wettkämpfen fast immer in strahlende Gesichter – die Dreckkruste über den zu einem breiten Grinsen hochgezogenen Mundwinkeln ist ein Make up, das sie mit Stolz zur Schau stellen.

Der Schwarzwald ist das Sehnsuchtsziel Tausender Mountainbiker, die Vielfalt der Strecken ist enorm – sei es nun für Pfadsucher, die auf Singletrails ihr technisches Können zeigen oder für Forstautobahnpiloten, die mit purer Muskelkraft oder (immer häufiger) mit elektrischer Unterstützung unterwegs sind. Kein Wunder, dass der Kirchzartener Black-Forest-Ultra-Bike-Marathon als einer der bedeutendsten Breitensportklassiker der Region gilt, der seit der Premiere im Jahr 1997 alljährlich bis zu 5000 Pedaleure anlockte.

Hygienekonzept soll Ultrabike ermöglichen

Im vergangenen Jahr wurde der "Ultra-Bike" bereits Monate vor dem geplanten Start im Juni 2020 abgesagt, weil die Routen durch das Brutgebiet des vom Aussterben bedrohten Auerhuhns führten. Ob im Corona-Jahr 2021 ein Neustart gelingt, ist angesichts der Pandemie noch ungewiss. In dieser Woche soll eine Entscheidung fallen, ob der für den 18. Juli geplante Breitensportklassiker ausgetragen werden kann.

Die Veranstalter um OK-Chef Benjamin Rudiger haben ein umfangreiches Hygienekonzept ausgearbeitet und planen mit maximal 2000 Mountainbikern, die per Einzelstart auf nur noch zwei statt bisher fünf Strecken geschickt werden sollen: den 120 Kilometer langen "Ultra", der erstmals über den Feldberg führen soll – und die 70 Kilometer lange Marathonstrecke.

Auf freie Fahrt hoffen auch die Veranstalter des Schwarzwälder MTB-Cups, einer Nachwuchsrennserie der Altersklassen U-11 bis U-19. Doch die Pandemie erschwert die Planungen und bringt den Terminkalender durcheinander. Das für 8. Mai geplante Auftaktrennen in Urach wurde auf den 4. September verschoben. Und auch der neue Premierenstandort muss (vorerst) passen.

Veranstalter suchen nach Ausweichtermin für MTB-Cup in St. Märgen

Der MTB-Cup in St. Märgen ist erst einmal abgesagt, der für den 22. Mai geplante Start war für die Organisatoren angesichts der Unwägbarkeiten der Pandemie nicht zu halten. Einen Nachholtermin für das Rennen auf dem Rothaus-Trail zwischen Weißtannehalle und dem Rankwald,hoch über St. Märgens Dächern gibt, es noch nicht. "Aber es gibt eine Option für den Spätherbst, vielleicht im Oktober", hofft MTB-Mitorganisator Simon Stiebjahn.

Bleibt als Auftakt-Wettbewerb das Rennen in Hausach, das vom ursprünglichen Starttermin am 10. April auf das Pfingstwochende verlegt wurde. "Das könnte, das muss klappen", sagt Stiebjahn. Weitere Wettkämpfe geplant sind in St. Georgen (12. Juni), Freiburg (3. Juli), Münstertal (11. Juli), Kirchzarten (17. Juli), Ehrenkirchen (25. Juli), Freudenstadt (19. September) und zum Abschluss, eingebettet in das Bundesliga-Rennen an der Hochfirstschanze, am 25. September in Titisee-Neustadt.