Hamburg

Elbphilharmonie: Wie kam es zum Bau-Desaster?

Georg Rudiger

Von Georg Rudiger

Mi, 08. Januar 2014 um 07:45 Uhr

Klassik

Eine unfertige Planung und überforderte Politiker waren laut dem jetzt vorab an die Öffentlichkeit gelangten Abschlussberichts des Untersuchungsausschusses für die Bau-Schwierigkeiten in Hamburg verantwortlich.

Alle Beteiligten hätten das Prestigeobjekt umsetzen wollen, ohne dem Steuerzahler die wahren Kosten zu präsentieren. BZ-Autor Georg Rudiger hatte dieser Tage Gelegenheit zu einem Ortstermin.

Es wird dunkel in Hamburg. Die Lichter der Elbphilharmonie strahlen über der Hafencity und spiegeln sich im Wasser des Sandtorhafens. Der Kaiserkai, an dessen Spitze der glänzende Bau steht, ist belebt. Auch auf der hellen Plaza der Elbphilharmonie auf dem alten Kaispeicher A genießt man die spektakuläre Aussicht und macht Erinnerungsfotos. Plötzlich öffnet sich das Gebäude. Und der Blick wird frei auf den voll besetzten Konzertsaal, in dem ein Sinfonieorchester Prokofiews "Peter und der Wolf" spielt. Nur die ruckartigen Bewegungen der Orchestermusiker passen nicht ganz zu den Tönen, die aus dem Lautsprecher zu hören sind.
Wir sind noch nicht im Jahr 2017, wenn die Elbphilharmonie eröffnet werden soll. Das harmonische Bild präsentiert sich ein paar hundert Meter weiter im Miniatur-Wunderland, wo das Konzerthaus schon einmal im Maßstab 1:130 auf sechs Quadratmetern zu sehen ist. Und man kann sich in Ruhe jedes Detail anschauen. Wenn jemand auf den Knopf an der Absperrung drückt und sich das Gebäude auf der schmalen, der Elbe zugewandten Seite öffnet, wird man zum Voyeur, weil man die 45 Luxuswohnungen von innen betrachten kann. "Jetzt möchten wir das Ganze aber auch in echt sehen", sagt einer der vielen Besucher. "Ob wir das noch erleben werden?" Im Hintergrund ...

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