Kreuze in der Öffentlichkeit

Thomas Mutter

Von Thomas Mutter

Sa, 08. Mai 2021

St. Blasien

BZ-SERIE: WO? Zeichen der religiösen Tradition.

Das Kreuz ist kein vorrangiges Sinnbild für den Feiertag Christi Himmelfahrt in der kommenden Woche. Aber es kündet von einem christlichen Anlass und auch von der religionshistorischen Entwicklung. Die sehr vielen Straßen- und Wegkreuze im öffentlichen Bild der 25 Kilometer langen Gesamtgemeinde sagen nichts über die Frömmigkeit der Einwohnerschaft aus, aber etwas über religiöse Tradition und Herkunft der Siedlung und Gemeinschaft.

Der heutige Fotoausschnitt verweist auf ein Kreuz, das vor vielen Jahrzehnten unabsichtlich, mehr oder weniger gedankenlos – so mag der Vorgang wohlwollend gedeutet werden – der Abraumhalde zugeführt werden sollte. Es wurde davor bewahrt, gründlich renoviert und seither der Öffentlichkeit präsentiert.

Dass der bronzene Christus auf Granit nicht im Inneren einer Kirche oder Kapelle zu finden ist, soll die gedankliche oder auch tatsächliche Suche nach dem Standort etwas eingrenzen. Es geht also um Kreuze in der äußeren Gemeindeerscheinung. Sie alle – diese öffentlichen Kreuze in Holz und Stein, mit und ohne Corpus – ergeben vom Fuß des Feldbergs (Menzenschwand) über das Albstädtchen bis an den Übergang zum Hochrhein (Albtal) eine Respekt gebietende Fülle in Gestaltung und Traditionskunst.

Auflösung vom letzten Freitag: Die Jahreszahl 1982 erinnert an die Fertigstellung der Umgehungsstraße in Menzenschwand zur Entlastung des innerörtlichen Durchgangsverkehrs. Wer aus den Wäldern ins Vorderdorf zum Kapellenweg absteigt, kann an dem Straßenpfeiler mit den vier Ziffern vorbeikommen.