Freiburg

Siegesdenkmal: Denkmale sind keine Stadtmöblierung

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Sa, 16. April 2016 um 12:57 Uhr

Kultur

Das Siegesdenkmal in Freiburg muss der neuen Straßenbahn weichen. Der neue Standort vor der ehemaligen Karlskaserne steht in der Diskussion. Unser Autor erkennt dabei einen unbedenklichen Umgang mit Denkmälern.

Es geschieht ohne viel öffentliches Aufhebens: In Freiburg werden Denkmale kurzerhand abgeräumt (Fotos). Das ist keine Bilderstürmerei, wie man sie aus der Geschichte kennt: Mit ihren Monumenten will man die verhasste Herrschaft stürzen. Es ist auch keine Vergangenheitsbewältigung wie nach 1945, als man die Zeugnisse des "Dritten Reichs" aus dem Stadtbild tilgte: Sind sie einmal aus den Augen, dann ist auch der Nationalsozialismus aus dem Sinne – bekanntlich ein Irrtum. Nein, es geht um Schlimmeres, nämlich um Gedankenlosigkeit.

Direkte Ursache fürs Abräumen kann eine neue Verkehrsführung für Auto und Straßenbahn sein. Das ist dem großen Denkmal für den Sieg im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 widerfahren. Oder es sind Bauarbeiten, wie im Falle der kleinen Rotteckbüste oder der Gedenktafel für die Alte Synagoge.

Denkmale sind keine Stadtmöblierung wie Sitzbänke oder Papierkörbe, sondern feste historische Orte im ...

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